Wie basiserfahren sind unsere Europakandidaten?

Die Kandidatinnen und Kandidaten für das Europäische Parlament sollten in ihrem Lebenslauf Europaarbeit an der Basis vorweisen können. Nur dann sind sie in der Lage, Verständnis für die unterschiedlichen Kulturen in Europa jenseits der Konferenzsäle zu entwickeln und vorhandene eigene und fremde Vorurteile abzubauen. Das IPZ schlägt deshalb vor, dass kommunale Partnerschaftsvereine, Schulen, Volkshochschulen, Europainitiativen und Europainteressierte den Kandidierenden für die  Europawahl am 25. Mai Fragen vorlegen sollten, mit denen sie ihr bisheriges Engagement für Europa und ihre Kenntnisse der Bürgerinnen und Bürger, die sie künftig vertreten wollen, nachweisen können. 

Nach Wegfall der Drei-Prozent-Klausel sind die Chancen für bisher nicht vertretene Listen gewachsen, Europaabgeordnete zu entsenden. Grundsätzlich sollten alle Bewerberinnen und Bewerber einbezogen werden. Da es keine Wahlkreise gibt und Sie sicherlich nicht bundesweit hunderte anschreiben wollen, beschränken Sie sich am Besten auf Kandidaten aus dem näheren Umfeld.

Fragen an die Europakandidatinnen und -kandidaten könnten lauten:

1. Das Jahr 2013 war das "Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger". Wie könnten Ihrer Meinung nach Bürgerinnen und Bürger auf lokaler Ebene für die europäische Idee sensibilisiert werden? 

2. Engagieren Sie sich oder haben Sie sich in der Vergangenheit in der kommunalen Partnerschaftsarbeit engagiert, wenn ja, wie? 

3. Haben Sie an längeren Austauschprogrammen im europäischen Ausland teilgenommen, zum Beispiel als Schüler oder beruflich? Wenn ja, wo und wie? 

4. Sind Sie Mitglied einer europäischen Vereinigung, Initiative oder sonstigen europäischen Organisation, und wenn ja, in welcher Funktion? 

5. Welche Fremdsprachen beherrschen Sie? 

6. Wie könnte sich die Europäische Kommission Ihrer Meinung nach in Zukunft an der Förderung bürgernaher Projekte beteiligen? 

7. Was halten Sie vom Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger"?

8. Was erwarten Sie vom neuen ERASMUSplus-Programm?

Die Europawahl am 25. Mai 2014 nähert sich mit großen Schritten. Am 3. März lief die Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge beim Bundeswahlleiter ab. Am 14. März entscheidet der Bundeswahlausschuss über die Zulassung der Listen. Spätestens zum 7. April macht der Bundeswahlleiter die zugelassenen Listen öffentlich bekannt. Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahlbezirke werden also schon in wenigen Tagen feststehen. Aber schon jetzt können sie über die Internetseiten der bekannten Parteien und politischen Vereinigungen ermittelt werden.