IPZ-Europapreise nach Brühl, Erlangen und Marl

Seit 20 Jahren verleiht das IPZ den Europapreis an Kommunen und Partnerschaftskomitees, die, nach Meinung einer Jury von Praktikern der Partnerschaftsarbeit, durch eine kontinuierliche Partnerschaftsarbeit und durch besondere Projekte und innovative Ideen auf sich aufmerksam gemacht haben. Bei der IPZ-Jahrestagung am 23. November 2013 im Kieler Rathaus wurden solche Projekte der Partnerschaftsarbeit in Brühl, Erlangen und Marl ausgezeichnet.

In der Kategorie "Bestes Europaprojekt 2013" wurden der Förderverein Brühler Städtefreundschaften e.V. in Kooperation mit der Stadt Brühl für das Projekt "Neue Identität der Brühler Städtefreundschaften" ausgezeichnet. Um die Städtepartnerschaften für die Zukunft zu stärken, hat der im Jahre 2002 gegründete Förderverein die Bildung einer neuen Partnerschaftsidentität konzipiert und auf den Weg gebracht.

Nach mehrjähriger Vorbereitung wurde das Projekt im Herbst 2013 mit EU-Förderung aus dem Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger - Bürgerbegegnungen" durchgeführt. 176 Gäste aus Frankreich, England und Polen nahmen teil. Zu den Teilnehmern gehörten auch Menschen mit Migrationshintergrund.
Der Sonderpreis ging an die Stadt Erlangen deren Vertreter Tobias Ott aus den Händen des IPZ- Vorsitzenden Dr. Christoph Müllerleile (2. von rechts) und Anna Noddeland (links) sowie Marijke Mulder die Urkunde und die Medaille während der Tagung in Kiel in Empfang nahm.

Zentrale Themen in Gesprächsgruppen und Workshops waren die aktuelle Situation Europas und der Städtepartnerschaften, die Finanzkrise und die schwer betroffenen griechischen Freunde, Rechtsradikalismus und Jugendarbeitslosigkeit. Mit dem ehemaligen EU-Kommissar Günter Verheugen wurde über die aktuelle Europamüdigkeit in der Bürgerschaft diskutiert. Als besonders spannend wurde von der Jury die neue Art der Einbindung der Jugendlichen in die Partnerschaftsarbeit bewertet. Sie trafen sich in einem Workshop zum Thema "Europawahl 2014". In einem Kunstatelier setzten sich ca. 50 Jugendliche mit Europa und der Europaflagge auseinander.

Der Preis wurde vom Vertreter des Fördervereins, Hans-Georg Wilhelm, und der städtischen Vertreterin für Partnerschaftsangelegenheiten, Kirsten Pust, entgegen genommen. 

Für das beste Europaprojekt konnten der Förderverein Brühler Städtefreundschaften e.\/., vertreten durch Hans-Georg Wilhelm und in Kooperation mit der Stadt Brühl, vertreten durch Kirsten Pust (Mitte) von IPZVorsitzenden Dr. Christoph Müllerleile (Zweiter von rechts), der IPZ-Geschäftsführerin Anna Noddeland (links) und Europareferentin Marijke Mulder (rechts) die Ehrung entgegen nehmen.

Jugendpreis ging nach Marl

Für das Projekt "Mit der Jugend die Welt bewegen!" wurde die Stadt Mari mit dem diesjährigen Jugendeuropapreis ausgezeichnet. Für 65 Jugendliche standen im August 2013 acht Tage lang neben dem Kennenlernen, vor allem Frieden, Freiheit und Freundschaft in der Welt, im Mittelpunkt des Projekts. Thematische Workshops fanden zu den Themen Frieden, Graffiti, Theateratelier, soziale Kompetenzen im interkulturellen Kontext, Leben in der EU und Jugendarbeitslosigkeit statt. Die Teilnehmer kamen aus 17 Städten in 13 Ländern. Höhepunkt des Treffens war der internationale Abend "Spektakel der Kulturen", bei dem alle teilnehmenden Gruppen ihre Kultur auf der Bühne mit allen Gästen teilten. 

Nach Hause nahmen sie eine Vielzahl an Erlebnissen und Erfahrungen mit. Der Preis wurde der Stadt Marl gesondert überreicht, da kein Vertreter der Kommune nach Kiel kommen konnte. 

Sonderpreis für Erlangen

Erstmals vergab das IPZ in diesem Jahr einen Sonderpreis. Preisträger ist die Stadt Erlangen. Anlass war eine Aktion in der Kommune anlässlich des Jubiläums 50 Jahre Elysée-Vertrag. Die Stadt hatte mit dem "Impulstag" für die deutsch-französische Beziehungen in unserer Region" für besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit gesorgt.

Im deutsch-französischen Jubiläumsjahr 2013 haben zahlreiche Kommunen und Vereine Sonderprojekte durchgeführt. Das IPZ hat sich entschieden die vielfältigen Angebote der Stadt Erlangen im Laufe des Jahres 2013 mit dem Europapreis auszuzeichnen. Die Stadt ist mit sechs Partnerstädten international sehr aktiv. Kaum eine Woche vergeht ohne besondere Angebote für europa- und partnerschaftsaktive Bürger. Ausschlaggebend für den Sieg in dieser Kategorie war der Impulstag. Eingeladen waren Interessenten und Akteure der Städtepartnerschaft Erlangen-Rennes, die 2014 ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, sowie der Partnerschaften des Umlands (Kalchreuth - La Chapelle, Baiersdorf - Pace, Uttenreuth - St. Grégoire).

Neben zahlreichen Diskussionen und innovativen Arbeitsaufgaben konnten auf dem Impulstag spannende persönliche und berufliche Geschichten über die deutsch-französischen Beziehungen und die Aktionen in den vergangenen Jahren in der Region besprochen werden. Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis hob die Bedeutung der Städtepartnerschaft nicht nur für das kulturelle und gesellschaftliche, sondern auch für das wirtschaftliche Leben in Erlangen hervor. Dr. Claus Schäfer vom Zentrum für angewandte Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gab einen umfassenden und unterhaltsamen Einblick in die Entwicklungen der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, von der einstigen Erbfeindschaft bis hin zu den intensiveren Beziehungen der letzten Jahrzehnte. Seine Darstellung der Anbahnung der Städtepartnerschaft überraschte mit bisher kaum bekannten Details.

Mit diesem Impulstag hat die Stadt Erlangen auf interessante Art zum Jubiläumsjahr beigetragen und Partnerschaftsakteure sowie Bürger zusammengebracht, um über damals und heute zu sprechen. In Kiel nahm der Beauftragte für internationale Beziehungen der Stadt Erlangen, Tobias Ott, den Preis aus den Händen des IPZ-Vorsitzenden, Dr. Christoph Müllerleile und der Institutsleiterin Anna Noddeland entgegen. Rechts im Bild Marijke Mulder.

Bericht und Bilder: Wolfgang Kunert, PWP Kunert & Kunert GbR