Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V.

Berichte unserer Partner

Das IPZ e.V. hat über 500 Mitglieder. Hier finden Sie Presseartikel und Berichte über deren Projekte.



Bürgerbegegnung „Unsere Zukunft in Europa" anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft Enghien-les-Bains/Bad Dürrheim

Vier Städte erneuern ihre Freundschaft und die Verbundenheit zu Europa.

Die Bürgerbegegnung vom 25. Mai bis 28. Mai 2017 zwischen den Partnerstädten Bad Dürrheim, Enghien-les-Bains (Frankreich), Spotorno (Italien) und Hajdúszoboszló (Ungarn) wurde zum kleinen EU-Gipfel zu aktuellen Themen mit kommunaler wie europäischer Dimension. Insbesondere der Austausch über die Flüchtlingssituation interessierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlicher Herkunft und Generationen.

Förderung durch die Europäische Union

Für das eingereichte Projekt „Bürgerbegegnung Unsere Zukunft in Europa, anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft Enghien-les-Bains/Bad Dürrheim“ hat die EU eine Förderung von 20.000 EUR bewilligt, entsprechend der Anzahl von über 130 eingeladenen Gästen aus dem Ausland.

Das Programm der Bürgerbegegnung war Bestandteil des Antrags an die EU und berücksichtigte die Anforderungen des Förderprogramms „Europa für Bürgerinnen und Bürger“. Insbesondere berücksichtigte das Programm die diesjährigen thematischen Prioritäten der Förderung, „Debatte über die Zukunft Europas“ und „Bekämpfung der Stigmatisierung von Einwanderern und positive Gegenerzählungen zur Förderung des interkulturellen Dialogs und gegenseitigen Verständnisses“.

Gemeinsam entwickelten die beteiligten ehrenamtlichen Freundeskreise der Partnerschaften, insbesondere der deutsch-französische Freundeskreis, die Partnerstädte, Vereine, Kirchen und Schulen mit einem Vorlauf von rund einem Jahr die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der Begegnung. Hierfür bildeten sich jeweils Arbeitskreise, die zu den jeweiligen Programmpunkten die Ausarbeitung erstellen.

Schwerpunkte des Programms

Flüchtlingshilfe als kommunale Gemeinschaftsaufgabe,
Erfahrungsaustausch bei der Flüchtlingsunterkunft „Albert-Schweitzer-Haus“

Ziel des Programmpunkts war die Bekämpfung der Stigmatisierung von Einwanderern und Geflüchteten. Am interkulturellen Dialog vor Ort nahmen neben den Gästen aus den Partnerstädten und Bürgerinnen und Bürgern aus Bad Dürrheim, insbesondere ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer teil. Bürgermeister Walter Klumpp gab einen Überblick über die Flüchtlingssituation in Bad Dürrheim und die angedachten sowie bereits umgesetzten Integrationsmaßnahmen. Zwei Mitarbeiterinnen der sozialpädagogischen Einrichtung „Soziale Kompetenz“, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreuen, erläuterten ihre Arbeit und gingen auf interessierte Fragen aus den Partnerstädten ein. Zwei der minderjährigen Flüchtlinge berichteten selbst von ihrer Flucht und ihren Erfahrungen in Bad Dürrheim.
Der Erfahrungsaustausch bot den Beteiligten Anregungen für die Flüchtlingshilfe und verdeutlichte sowohl die europäische Dimension als auch die lokale Dimension des Themas.

Podiumsdiskussion „Europa erleben“ an der Realschule

Die Podiumsdiskussion „Europa erleben“ schaffte besonders für die Schülergeneration einen Rahmen sich bereits in der Vorbereitung der Bürgerbegegnung mit Europa und ihrer eigenen Rolle als Unionsbürger auseinander zu setzen. An der Begegnung nahm auch eine Schulklasse der Partnerschule aus Enghien-les-Bains teil. Teilnehmer auf dem Podium waren Europaabgeordneter Dr. Andreas Schwab, die Bürgermeister Walter Klumpp, Philippe Sueur (Enghien-les-Bains), Dr. László Sóvágó (Hajdúszoboszló); Maria Grazia Di Mei Ascherie, Vorsitzende des Italienisch-Deutschen Freundeskreises, als Vertreterin von Bürgermeister Mattia Fiorini (Spotorno) sowie Valerie Mastrangelo, Schülerin der Realschule. Die Moderation übernahm Schulleiterin Stephanie Martin. Eingeleitet wurde die Diskussion durch eine Power-Point-Präsentation der Schülerinnen und Schüler aus den 9. Klassen der Realschule. Die Schülerinnen und Schüler hatten vier Leitfragen für die Diskussion vorbereitet:
• Was kann die Lösung für die Flüchtlingskrise sein?
• Welche Konsequenzen wird der BREXIT haben?
• Wie kann man die Jugend besser für die Politik begeistern?
• Wie sehen Sie Europa in der Zukunft?

Die Podiumsdiskussion wurde auf Deutsch geführt; jeweils mit Übersetzern auf dem Podium bei den anderssprachigen Podiumsteilnehmern. Übersetzungen der Leitfragen zeigten die Schülerinnen und Schüler in der Powerpoint-Präsentation und Grundzüge der Antworten wurden vorab in verschiedenen Sprachen ausgeteilt. Außerdem waren – wie auch bei den anderen Programmpunkten – Übersetzer der jeweiligen Freundeskreise im Publikum platziert.

Insgesamt waren sich alle Podiumsteilnehmer einig, dass es Ziel sein müsse, die Flüchtlingssituation gemeinsam zu lösen. Auch Bürgermeister Dr. László Sóvágó aus Hajdúszoboszló in Ungarn stimmte dieser Auffassung zu. Er berichtete über die Situation in Ungarn und machte deutlich, dass laut Statistik die Mehrheit der ungarischen Bevölkerung an die Zukunft der EU glaube. Er ärgere sich über die Haltung der ungarischen Regierung, dass es nicht möglich sei, ein paar Hundert Flüchtlinge aufzunehmen. Er wolle die positiven Entwicklungen in Bad Dürrheim als gelungenes Beispiel mit nach Hause nehmen und den menschlichen Umgang mit den Geflüchteten unterstützen.
Der südbadische Europaabgeordnete Dr. Andreas Schwab lobte die Städtepartnerschaften als wichtige Säulen beim Bau des Hauses Europa: „Diese haben dafür gesorgt, dass über die Ländergrenzen hinweg persönlicher Austausch entstanden ist und damit auch viele Freundschaften möglich geworden sind.“ In der Flüchtlingsfrage forderte Schwab den Zusammenhalt der EU-Staaten ein: „In diesen schwierigen Zeiten lassen sich die bestehenden Probleme nur gemeinsam lösen“. Der Villinger EU-Abgeordnete sprach sich auch für mehr Mittel bei den EU-Jugendprogrammen aus. Europa müsse viel mehr Jugendliche zu einem Auslandsaufenthalt anregen um gegenseitiges Verständnis zu wecken. Dies könne ein wichtiger Beitrag sein, damit Europa noch mehr zusammenwachse.

Kirchenkonzert in der evangelischen Kirche mit anschließender Gesprächsrunde zum Thema „Ankommen in Bad Dürrheim“

Drei geflüchtete Menschen, die erst kürzlich nach Bad Dürrheim gekommen sind beziehungsweise seit vielen Jahren in Bad Dürrheim leben, berichteten nach dem Kirchenkonzert von ihrem Leben als Heimatsuchende und als Ankommende in Bad Dürrheim. Mohamed Kaviani, der 1986 während des ersten Golfkrieges mit seiner Familie nach Bad Dürrheim gekommen war, zeigte auf, wie mittels Sprache und Bildung sowie einem unterstützenden Umfeld ein erfolgreiches Ankommen entstehen kann. Anschließend erwartete die Gäste ein Fingerfoodbuffet, organisiert von der evangelischen Kirche, einer syrischen Familie sowie den drei Freundeskreisen der Partnerstädte mit Speisen aus allen vertretenen Ländern. Der Programmpunkt sensibilisierte für die Erfahrungen Geflüchteter, die Herausforderungen der Integration sowie die Bedeutung der europäischen Werte der Solidarität und Menschenrechte.

Kunstausstellung „Was bedeutet Europa?“

Das Ziel des Programmpunkts war die Sensibilisierung für ein gemeinsames und zugleich kulturell vielfältiges Europa. Austausch und Anregung von Debatten anhand der Kunstwerke des Kunstvereins, aus den Partnerstädten und von Schülerinnen und Schülern waren auch über den Veranstaltungstag hinaus möglich; die Ausstellung war bereits vor der offiziellen Eröffnung und anschließend bis Pfingsten geöffnet. Ein Workshop bot Gelegenheit selbst künstlerisch zum Thema tätig zu werden. Das dabei erstellte Kunstwerk „Gemeinsam in Vielfalt“ vervielfältigte der Kunstverein auf einem Lesezeichen, das die Gäste zum Abschluss als Geschenk erhielten.

„Spiel ohne Grenzen“ im Kurpark

Elf Mannschafen hatten sich für die verschiedenen Spiele wie Eisstockschießen, Boules, Pit Pat, Teppich-Insel-Lauf, Wandernder Ring und Gordischer Knoten angemeldet. Die Betreuung erfolgte durch die Sport- und Freizeitwelt, den Pit Pat Club, den Turnverein Sunthausen, die Freundeskreise sowie die Stadtverwaltung. Das Ziel der Veranstaltung war die Europäische Dimension des Sports als verbindendes Element erlebbar zu machen. Die Teilnahme von Gruppen der Freundeskreise, den Partnerstädten und einer Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge verdeutlichte die Bedeutung der Vereine und des Sports für die Integration und förderte den freundschaftlichen Austausch.

Festakt

Die Festreden zur 25-jährigen Städtepartnerschaft Enghien-les-Bains/Bad Dürrheim waren besonders geprägt durch die Eindrücke der Bürgerbegegnung. Bürgermeister Mattia Fiorini aus Spotorno, der erstmals in Bad Dürrheim zu Gast war, berichtete in seiner Ansprache über die Flüchtlingssituation in Italien verbunden mit dem Wunsch, Hilfe von der EU zu erhalten. Er machte auch deutlich, dass aus seiner Sicht die jüngere Generation in die Freundeskreise mit eingebunden werden müsse, damit diese auch in Zukunft weiter bestehen könnten.




Auf die Festreden folgte ein Zeitzeugengespräch mit den Gründern der Partnerschaft Enghien-les-Bains/Bad Dürrheim. Ehrenbürger und Bürgermeister a.D. Gerhard Hagmann und Bürgermeister Philippe Sueur aus Enghien-les-Bains blickten auf die Beweggründe zurück, die zur Gründung der Partnerschaft geführt hatten. Die Städtepartnerschaft solle vor allem einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Als Lebensversicherung für das friedliche Europa bezeichnete Bürgermeister Philippe Sueur die EU. Höhepunkt der Feierlichkeiten war die daraufhin stattfindende Unterzeichnung der Freundschaftsurkunde, mit dem Ziel des Ausbaus der europäischen Verständigung sowie der Wahrung von Frieden und Demokratie in Europa.
In einer schriftlichen Befragung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, Anregungen für die künftige Entwicklung der Partnerschaften zu geben und mitzuteilen, welche Programmpunkte sie besonders angesprochen hatten.


Abschließender ökumenischer Gottesdienst und Pressekonferenz am Abreisetag

Am Sonntag, 28.05.2017, trafen sich alle Gäste nochmals zu einem abschließenden ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Johann. Beim anschließenden Pressegespräch waren sich alle Bürgermeister der Partnerstädte einig, dass die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum ein voller Erfolg waren.

Die Stadt Bad Dürrheim dankt der EU für die Förderung. Unter dem Motto „Unsere Zukunft in Europa“ erlebten Bad Dürrheim, Enghien-les-Bains, Spotorno und Hajdúszoboszló eine Begegnung mit bleibenden Eindrücken und Erfahrungen. Stärkeres Bewusstsein für europäische Belange und Herausforderungen sowie das gemeinsame, friedliche Europa und der Austausch zu aktuellen Themen in Europa konnten mit der Begegnung erreicht werden. In Zusammenhang mit diesen Zielen machte die Begegnung „Unsere Zukunft in Europa“ die Bedeutung der Städtepartnerschaften für die europäische Identität der Bürgerinnen und Bürger erlebbar.


Tipp/ Unser Fazit zur EU-Förderung:

Die EU-Förderung im Rahmen des Programms „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ kann die Finanzierung, gerade mehrtägiger Veranstaltungen, erleichtern und bietet darüber hinaus inhaltliche Anregungen entsprechend den jährlichen Förderschwerpunkten. Um die Erfolgsaussichten einer Bewerbung auf die EU-Förderung zur erhöhen, empfiehlt sich unseres Erachtens für Antragsteller eine Schulung zu europäischen Förderprogrammen, zum Beispiel beim Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V. (IPZ).


Patricia Ehret, Referentin des Bürgermeisters der Stadt Bad Dürrheim
Thomas Fuß, stellvertretender Hauptamtsleiter der Stadt Bad Dürrheim



Zweites Treffen von Jugendlichen aus Polen, Frankreich und Kriftel

Text: Adolf Albus

Projektleiter Bodo Knopf, der mit dem pädagogischen Leiter Alexander Mai zum Betreuerteam der 30 Jugendlichen aus Pilawa Gorna (Polen), Airaines (Frankreich) und Kriftel gehörte, äußerte sich am Ende des 2. trilateralen Jugendtreffens begeistert über den Ablauf dieses Treffens in Folge vom 9. bis 15. Juli 2017 im Schullandheim Wegscheide bei Bad Orb: „Es war gigantisch, positiv und wir freuen uns auf eine Wiederholung im nächsten Jahr“! Dazu müssen bereits nach dem offiziellen, vorliegenden Abschlussbericht an die Projektpartner, die Anträge auf Förderung seitens Europas in Kürze gestellt werden. Das nächste Treffen dieser Art soll im Sommer 2018 in Kriftels Partnerstadt Airaines stattfinden. Wie auch jetzt, werden dann unter den Jugendlichen erneut „Wiederholer“ aus dem beiden vorangegangenen Treffen sein: Das Projekt genießt also große Anziehung. Daher erwägt Knopf auch, die Beteiligung aus allen drei Ländern zu erhöhen.

Zeit für sich und Europa

Den Jugendlichen wurde Zeit und Gelegenheit gegeben, sich, ihre jeweiligen Sprachen, ihre Kultur kennenzulernen und darüber hinaus auch vom Europäischen Vereinigungsgedanken zu erfahren. Etwas „Länderschicksal“ deutscher Vergangenheit kam mit dem Besuch der Gedenkstätte „Point Alpha“ auch in das Treffen. Der Vortrag von Anna Noddeland; MA, über „Unsere Zukunft in Europa“ packte die Jugendlichen wieder bei der Gegenwart und Zukunft: Es soll mit ihnen und ihr Europa sein, dass sie auf Jahrzehnte Zukunft gestalten. Noddeland ist Leiterin des Instituts für Europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V., Bonn. Es gelang ihr, auch in der anschließenden Diskussion von ihren jungen Zuhörern zu erfahren, was sie am meisten an der Europäischen Union (EU) interessiert: Gemeinsame Bildung, Ausbildung (Schule), Sprache, aber auch Sicherheit und Reisen. Das sind ganz verständliche Anliegen von jungen Leuten zwischen zwölf und fünfzehn Lebensjahren jetzt.<br /><br />Das Treffen gab den 30 Jugendlichen auch wirklich Zeit füreinander ohne technische Ablenkung von Medien: Auf der Wegscheide herrscht fast Funkstille! Also kein, TV, PC und fast keine Netzverbindung ins handy! Man blieb so von Mensch zu Mensch zusammen und widmete sich gegenseitig.

Höhepunkte und Dank an Landesregierung

Ein Erlebnis war die Würdigung des Treffens durch die Hessische Landesregierung in Kriftel: Staatsminister Axel Wintermeyer begrüßte mit Bürgermeister Christin Seitz die Jugendlichen im Krifteler Rat- und Bürgerhaus und widmete ihnen auch eine „europäische“ Ansprache sowie eine Förderung des Ganzen für das dritte Treffen. Das hat alle Teilnehmer stark beeindruckt.<br /><br />Die Jugendlichen fuhren nach Frankfurt, dort auch an die Europäische Zentralbank (EZB), der Hüterin der gemeinsamen Währung Euro, an den Flughafen, erkundeten sie Main-Metropole auch mit dem „Ebbelwei-Express,“ fuhren ins Main-Taunus-Zentrum, ins Parkbad Kriftel. Sie trieben Sport und Spiele im Landschulheim, lernten auskömmliche Bruchstücke von Polnisch, Französisch und Deutsch, damit sie sich auch über den Tag verständigen konnten. Sie saßen zum Essen bei Tisch zusammen und kamen sich auch so von Tag zu Tag immer näher. Die Herzlichkeit untereinander strömte soweit aus, dass sich ein Junge aus Kriftel mit Freuden drei Tage später von seiner Mutter nach Airaines fahren ließ.

Junge Partnerschaften sind neue Bausteine für den europäischen Frieden

Das Ziel der partnerschaftlichen Begegnungen bereits unter jungen Leuten - eines der neuen Bausteine zu Erhalt des europäischen Friedens – ist auch mit diesem zweiten Treffen nach Einschätzung von Projektleiter Knopf voll und ganz, herzlich und freundlich erreicht worden.
Nun schauen er, Jugendliche und das Team Betreuung aus allen drei Ländern erwartungsvoll auf das dritte Treffen in Airaines.

Quelle: FRANKFURT live; 20.07.2017
http://www.frankfurt-live.com/zweites-treffen-von-jugendlichen-aus-polen-frankreich-und-kriftel-97381.html




Ministrantenaustausch der Gemeinden Reinschdorf und Neuenstein

In den Tagen vom 24. bis zum 28. Mai 2017 wurde die Gemeinde Reinschdorf von einer Delegation von 22 Ministranten aus Neuenstein und Öhringen unter der Leitung vom Pfarrer Klaus Kempter besucht. An dem Projekt nahmen auch Minstranten aus der Gemeinde Reinschdorf teil. Insgesamt zählte die polnische Gruppe 40 Personen. Die Gäste wurden in Gastfamilien der Gemeinde Reinschdorf untergebracht.

Das intensive Programm sah folgend aus: Da man in Deutschland am 25. Mai Christi Himmelfahrt feierte, wurde in der Reinschdorfer Pfarrkirche eine Messe gefeiert. Nach der Messe begaben sich alle Teilnehmer nach Nesselwitz, wo sie die Grundschule besuchten und an unterschiedlichen Workshops teilnehmen konnten. Der Workshop zum Thema Programmieren war sehr beliebt. Mit den Robotern Dash &amp; Dot, mit Legobausteinen Lego Wedo und mit dem Programm Scratch hatten die Ministranten sehr viel Spass und fühlten sich wie junge Ingenieure. Es gab auch einen Kunstworkshop - mit dem Einsatz von Papier, Holz und synthetischen Materialien. Die Jugend konnte auch verschiedene Spiele spielen. Im Gymnasium in Langlieben gab es dagegen Sport und Freizeitaktivitäten. Am Abend gab es ein Lagerfeuer. Die Gastmütter bereiteten Kuchen vor und das Gemeindeamt hat die Wurst gesponsort. Die Atmosphäre war sehr fröhlich. Im Club „Akropolis” in Nesselwitz gab es anschließend eine Disco, bei der die Jugend ihr Tanzkönnen demonstrierte. Am nächsten Tag ging es zum St. Annaberg zum Sanktuarium und nach Oppeln. In der Stadt besichtigten die Ministranten das Museum des Oppelner Schlesiens und die Kathedrale zum hl. Kreuz.

Am Samstag war ein Ganztagsausflug nach Krakau geplant. Die Jugend war beeindruckt von der früheren Hauptstadt Polens. Dank einer Führung durch die Stadt gewannen sie viel neues Wissen über die Geschichte Polens. Nach der Rückfahrt in die Gemeinde Reinschdorf gab es gegen 19 Uhr ein Integrationstreffen mit allen Gastfamilien und Ministranten. Am Sonntag nach der hl. Messe wurden die deutschen Ministranten vom Bürgermeister der Gemeinde Reinschdorf und seinem Vertreter, dem Projektleiter, verabschiedet. Das war für viele ein schwerer Abschied. Es flossen sogar einige Tränen. Die Teilnehmer haben das Projekt zusammengefasst und Ergebnisse unterstrichen. Der Gegenbesuch ist für den September dieses Jahres vorgesehen. Dieses Projekt wurde vom Deutsch- Polnischen Jugendwerk finanziert

Bericht: Grzegorz Wojtaszek




Vereinigung zur Förderung der Europäischen Zusammenarbeit e.V. (VFEZ)

Fröhliche Bürgerbegegnung trotz babylonischen Sprachwirren

Französisch, Niederländisch, Englisch und Deutsch sind die Sprachen, die sonst bei den Bürgerbegegnungen mit den Waldkappeler Partnerstädten zu hören sind. Doch diesmal kam noch Arabisch, Kurdisch und Persisch hinzu. Die Verständigung war aber trotzdem sehr gut. Der Waldkappeler Städtepartnerschaftsverein, die „Vereinigung zur Förderung der Europäischen Zusammenarbeit e.V.“ hatte diesmal zu einem von der EU geförderten Projekt mit dem Titel: „Flüchtlinge und Europa - die neue Herausforderung für die EU“ eingeladen.



In dem Projekt wurden Informationen über die Situation der derzeitigen Flüchtlinge in Waldkappel, der Integration der Heimat-vertriebenen nach dem Krieg in Waldkappel und die 70-jährige Nachkriegsgeschichte über Flucht und Vertreibung von Menschen aus aller Welt im Friedlandmuseum vermittelt. Für die Bürger aus den drei verschwisterten Städten Carhaix (F), Hazerswoude (NL) Waldkappel sollte das Ganze auch als europäische Herausforderung erlebt werden.</font><br /><br /><font color="#000000">Gestartet wurde die Begegnung beim traditionellen Maibaumfällen auf dem Werenfriedplatz vor der Bonifatiussiedlung in Waldkappel. Das Wiedersehen der Freunde aus den Partnerstädten war wie immer sehr herzlich und in der lockeren Atmosphäre der Veranstaltung gleich besonders fröhlich. Auch wurden schon einzelne Kontakte zu den neuen Waldkappeler Mitbürgern geknüpft.

Am Vormittag des nächsten Tages wurde gemeinsam mit den Gästen und den Flüchtlingen das Heimkehrer Museum in Friedland besucht. Dort wurde erfahren, dass die gegenwärtige Flüchtlingssituation gar nicht so neu ist. In den letzten 70 Jahren waren ständig Menschen unterwegs. Teils auf der Suche nach ihrem alten oder nach einem neuen Zuhause. Die Ursachen hierfür waren fast immer Kriege. Anschließend wurde Hann. Münden besucht. Beim Picknick und der Fahrt auf der Weser wurde das Kennenlernen der neuen Mitbürger vertieft.

Am nächsten Vormittag wurde in der Karlheinz-Böhm-Schule Waldkappel gemeinsam gekocht. Dabei wurden arabische, <br />französische, niederländische und deutsche Gerichte zubereitet. Parallel hierzu stellte Cecile Oranje ihr Buch: „Mama es ist Krieg“ vor. In dem Buch wurden sehr eindrucksvoll die Kriegserlebnisse von niederländischen und deutschen Kindern während des zweiten Weltkrieges geschildert. Einige sehr bewegende Passagen wurden den interessierten Gästen vorgetragen. Danach wurde von Herrn Richter vom Waldkappeler Geschichtsverein über den Aufbau der Bonifatiussiedlung in Waldkappel berichtet. Besonders herausgestellt wurde hierbei die Arbeit von Werenfried van Straaten, dem niederländischen Pater, der mit seiner unbeirrbaren Nächstenliebe in Belgien die Menschen überzeugte, Lebensmittel für die hungernden Menschen des ehemaligen Feindes zu spenden. Sein erfolgreiches Wirken brachte ihm den Beinamen „der Speckpater“ ein. Darüber hinaus gründete er den Baugesellenorden, welcher durch aktive Arbeit die Wohnungsnot der Deutschen mit linderte und ganz besonders beim Aufbau der Bonifatiussiedlung in Waldkappel aktiv war. Hier wurde schon Jahre vor der Gründung der EU europäisches Miteinander praktiziert. Der Vormittag fand seinen schönen Ausklang beim „Europaspiel“. In dem fröhlichen Geschicklichkeitswettbewerb der multinationalen Mannschaften wurde locker, aber auch sehr eindrucksvoll gezeigt, dass es weder sprachliche noch kulturelle Probleme gibt, wenn alle ein gemeinsames Ziel haben.

     

Die Abschussveranstaltung am Samstagabend begann mit Redebeiträgen von Vertretern der Partnerstädte und Vertretern der Politik aus Waldkappel und der Region. In den Reden wurden nochmal die Risiken und die Chancen der neuen Zuwanderungen aufgezeigt. Es wurde auch im Rückblick auf die in Friedland und beim Vortrag über die Bonifatiussiedlung aufgezeigten Informatio-nen klargestellt, dass vergleichbare Herausforderungen in der Vergangenheit bewältigt wurden. Daraus lässt sich gut die Zuver-sicht ableiten, dass auch das diesmal wieder gelingen wird. Und dies besonders dann, wenn das Ganze als eine europäische Herausforderung verstanden wird. Der weitere Abend verlief dann beim geselligen Beisammensein, der diesmal seinen Abschluss mit arabischen Tänzen fand.

Am Sonntagvormittag hieß es dann Abschiednehmen. Das Wieder-sehen wurde für das nächste Jahr in Hazerswoude (NL) verabredet. Auch einige der neuen Mitbürger haben sich gleich bei ihren neuen Freunden aus Holland zu diesem Besuch angemeldet.

(Bericht und Fotos: VFEZ)




Seit 25 Jahren blühen Rintelns Städtepartnerschaften mit Slawno und Kendal – und es geht munter weiter

Rinteln/Kendal/Slawno. Mit den Polen ging es ganz schnell, mit den Engländern dauerte es fast ein Jahr: Vor 25 Jahren wurden die Rintelner Städtepartnerschaften mit Slawno und Kendal formell vertraglich geschlossen. Ein Jahr, in dem Rinteln wegen der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus Jugoslawien heftige Bürgerproteste erlebte. Im Jubiläumsjahr wird um die Integration von Flüchtlingen aus dem Vorjahr gestritten. Aber beide Male erwies sich die Weserstadt am Ende als fremdenfreundlich. Die Partnerschaften nach Kendal und Slawno tragen ein bisschen zu diesem guten Klima bei. Aus Fremden wurden Freunde, Tausende haben dies bei gegenseitigen Besuchen bereits erlebt. Und es sollen noch viel mehr werden, auch wenn es in der großen Politik bei zunehmendem Nationalismus nicht danach aussieht. Die Rintelner Städtepartnerschaften bleiben auf Kurs in Richtung Freundschaft statt Vorurteile und Abgrenzung.

Begonnen hat alles schon Ende der achtziger Jahre: Deutschland war bald wiedervereinigt, der „Eiserne Vorhang“ zum Ostblock hob sich langsam, aus einstigen Feinden konnten nun plötzlich Freunde werden. „Bückeburg und der Landkreis waren schon in Frankreich fündig geworden, da mussten wir auch etwas tun“, erinnert sich Rintelns damaliger Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Hoppe. „Doch es sollte für uns eine britische Stadt sein, da wir ja ein sehr gutes Auskommen mit unserem Britischen Militär-Hospital hatten. Und als wir auf der Insel fündig geworden waren, drängte mein Stellvertreter und späterer Nachfolger Karl-Heinz Buchholz darauf, auch in Polen nach einer Partnerstadt zu suchen.“ So fing alles an.

Schon 1989 hatte Hoppe den Ex-Lehrer und späteren Verbindungsoffizier Michael M. Middleton von der Britischen Rheinarmee beauftragt, in Großbritannien eine Partnerstadt zu suchen. Mit Kendal schien alles am besten zu passen. Kendal suchte selbst, hatte schon mehrere Städte zur Auswahl und wollte bald entscheiden. Middleton fing die Konkurrenz auf der Zielgeraden mit dem überzeugenderen Angebot ab.

Im November 1991 wurde in Kendal bereits ein Partnerschaftsverein gegründet, Rinteln hat nach der Ratsneuwahl den Kulturausschuss um die Ressorts Fremdenverkehr und Städtepartnerschaften erweitert. Noch der alte Rat hatte 1991 einen Grundsatzbeschluss zur Aufnahme von Städtepartnerschaften gefasst. Im Dezember 1991 reiste eine Delegation aus Rinteln mit Hoppe, Buchholz, Middleton und Stadtdirektor Heinrich Büthe nach Kendal, sprach dort mit Bürgermeister Bill Stewart, dessen Stellvertreter John Studholme und Stadtdirektor Robert Metcalfe. Damals hatte der dortige Verein schon 60 Mitglieder. Und es gab den Edelweiss-Club, in dem vornehmlich ehemalige deutsche Kriegsgefangene die Traditionen ihrer Heimat pflegten. Fruchtbarer Boden also. Aber erst nach Erledigung vieler Formalitäten kam es im September 1992 zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden, diesmal von Hoppe und dem neuen Bürgermeister Colin Reynolds.

Da waren die Slawnoer schneller. Derk Steggewentz hatte die frühere deutsche Stadt Schlawe in Pommern ausgewählt, denn von dort war er gebürtig. Steggewentz unterhielt noch alte Kontakte, fand aber im jungen Bürgermeister Wojciech Ludwikowski auch einen begeisterten neuen Ansprechpartner.

„Die Stadt gefiel uns nicht so sehr, aber die herrliche Umgebung“, erinnert sich Hoppe, der sich mit seiner Frau Hannelore schon einmal inkognito umgesehen hatte. Beim offiziellen Delegationsbesuch im Januar 1992 ging es dann ganz schnell. „Die Slawnoer hatten schon die Verträge und Urkunden vorbereitet, und am Morgen nach einem fröhlichen Kennenlernabend sollten wir schon unterzeichnen“, erzählt Hoppe. „Dabei hatten wir noch gar keinen Ratsbeschluss. Aber Oppositionsführer Karl-Heinz Buchholz und ich waren uns einig, dass eine Vertagung einen Affront dargestellt hätte.“ Der Ratsbeschluss war dann später auch kein Problem.

Nun musste aber auch die Bevölkerung für das Projekt Städtepartnerschaften gewonnen werden, denn Hoppe hatte schon beim Erstbesuch in Kendal erklärt: „Es soll nicht in erster Linie eine Beziehung zwischen den Räten und und Verwaltungen sein.“ Das galt und gilt genauso für Slawno, wo allerdings bis heute die Stadtverwaltung die Bande nach Rinteln pflegt. In Kendal und Rinteln macht dies jeweils ein Verein, Verwaltung und Politik unterstützen dabei.

Der Rintelner Verein für Städtepartnerschaften wurde am 20. Mai 1992 gegründet, um die formalen Partnerschaften mit Leben zu erfüllen. Hoppe lud dazu ein, hatte schon Kandidaten für den Vorstand, nur ein Vorsitzender fehlte noch. „Da habe ich mich spontan gemeldet und bin es gleich geworden“, erinnert sich Bernhard Priesmeier. Er hatte dieses Amt fünf Jahre inne, dann übernahm Liesa Luchtmeier für 16 Jahre, ehe sie Ende 2012 das Amt weitergab an Dietrich Lange. Priesmeier ist bis heute stellvertretender Vorsitzender.

Seinen Auftrag hat der Partnerschaftsverein seither erfüllt, unermüdlich vor allem durch die beiden Beisitzer Mike Middleton (für Kendal) und Derk Steggewentz (für Slawno). Mit Kendal florierte schon bald ein reger Austausch durch Vereine, Schulen, Kirchen, Lebenshilfe und Politik, der viele langjährige Freundschaften begründete. Sprachprobleme gab es kaum, Kendal, die kulturreiche alte graue Stadt, lockte als Tor zum landschaftlich überaus reizvollen Lake District immer neue Besuchergruppen von der Weser an, und die Kendaler verliebten sich in Rintelns von Fachwerk geprägte Altstadt. Eine Freundschaft auf Augenhöhe von Beginn an, die auch die Schließung des Britischen Militär-Hospitals und später der englischen Prince Rupert School mühelos überlebte. Und Mike Middleton wurde von der Stadt Kendal schon 2012 für seine Verdienste um die Partnerschaft geehrt. Beim Neujahrsempfang der Stadt Rinteln in diesem Jahr bekam er dann vom heutigen Rintelner Bürgermeister Thomas Priemer eine Ehrenurkunde: als Mann der ersten Stunde, als unermüdlicher Motor, als Botschafter Rintelns, und immer ansprechbarer vielseitiger Dienstleister. Priemer: „Er hat maßgeblichen Anteil am Blühen dieser Völkerverbindung.

“Etwas mühsamer ging es mit Slawno weiter. Die Stadt war arm, wesentlich kleiner als Rinteln und musste nach dem Ende des Sozialismus erst den Weg in die neue Zeit finden. Doch Derk Steggewentz ließ nicht locker, seiner alten Heimatstadt zu helfen, fuhr selber gefühlt fast jede Woche die 700 Kilometer Richtung Osten. Er organisierte Hilfsgütertransporte nach Slawno, bahnte wirtschaftliche Kontakte zwischen Firmen an und stiftete unzählige neue Freundschaften. Die Slawnoer dankten es mit überbordender Gastfreundschaft, schickten Musiker und Kulturschaffende an die Weser, zeigten den Rintelnern immer wieder, wie man richtig feiert und die Tanzfläche nie leer werden lässt, ebenso wie die Wodka-Gläser. Bürgermeister Buchholz und seine Mannschaft im Rathaus gaben der Slawnoer Verwaltung immer wieder Hilfe dabei, technologisch voranzukommen und EU-Fördermittel in Brüssel loszueisen. Kein Wunder, dass Steggewentz und Buchholz aus Dankbarkeit von den Slawnoern mit dem höchsten Orden ihrer Stadt, dem Greif, ausgezeichnet wurden. Im Slawnoer Rathaus sind sie seither in einer Ahnengalerie geehrter Persönlichkeiten mit Bild zu sehen. Zwischen beiden Städten ist inzwischen längst eine Partnerschaft auf Augenhöhe erreicht.

Kendal hat nur eine weitere, aber weitaus weniger intensiv gepflegte Städtepartnerschaft nach Irland, Slawno dagegen inzwischen auch Freunde in Ribnitz-Damgarten, in Südtirol, in Tschechien und im südlichen Polen. „Aber mit Rinteln läuft es am besten“, stellten der aktuelle Bürgermeister Dr. Krzysztof Frankenstein und sein Vorgänger Ludwikowski schon wiederholt.

Und warum wollte Rinteln nicht mehr Partnerstädte? „Wir haben nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 auch Partnerstädte in der ehemaligen DDR gesucht“, erzählt Hoppe. „Aber bei Glauchau-Meerane blieb es bei einer Verbindung der Kirchengemeinden, Tangermünde entschied sich für Minden und Bad Freienwalde für Bad Pyrmont.“ 2011 gab es eine Anfrage wegen einer weißrussischen Partnerstadt, erinnert sich Liesa Luchtmeier. 2015 erkundigte sich die deutsch-chinesische Gesellschaft Schaumburg mal bei ihrem Nachfolger Lange, wie es denn mit einer Millionenstadt in China wäre. „Eine Nummer zu groß und zu weit weg“, meinte der Vorstand jeweils.

Förderung von sportlichem und kulturellem Austausch sowie wirtschaftlicher Beziehungen stand in der ersten Satzung als Zielsetzung des Partnerschaftsvereins, 1992 erstellt vom stellvertretenden Stadtdirektor Meinhard Wichmann. Das galt mehr als 20 Jahre auch als gemeinnützig, inzwischen sieht es das Finanzamt anders. So wurde 2015 die Satzung geändert: Wirtschaft raus, Förderung von Sport und Kultur im Sinne der Völkerverständigung noch deutlicher rein, und das nun vornehmlich durch Aktionen in Rinteln. Das macht die Reiseförderung ins Ausland schwieriger, erfordert nun mehr Eigeninitiative der zu fördernden Reisegruppen. Aber dafür bekommen jetzt auch Gäste aus den Partnerstädten Zuschüsse aus der Rintelner Vereinskasse. Diese wird durch einen jährlichen Zuschuss der Stadt und die Beiträge der inzwischen mehr als 120 Mitglieder dafür stets wieder aufgefüllt.

Die Städtepartnerschaften haben nicht nur Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen, sondern auch im Stadtbild, vor allem am Kollegienplatz. Dort wurde zum zehnjährigen Bestehen eine von Bildhauer Peter Lechelt geschaffene Steinskulptur „Freundschaftsbande“ enthüllt. Zum 20-jährigen Bestehen pflanzten die Bürgermeister der drei Städte neben der Jakobikirche Bäume. Und gleich daneben hinterließ die Prince Rupert School später eine von Schülern hergestellte Skulptur in Obeliskform. In Kendal gibt es einen Rinteln Square (Platz neben einem Einkaufszentrum) samt einem großen Wandbild aus Kacheln mit Szenen aus Rinteln und Kendal sowie einen Entfernungsanzeiger auf dem Marktplatz. In Slawno erfährt man am Rathaus, dass Rinteln 704 Kilometer entfernt ist (übrigens auch am Rintelner Gymnasium Ernestinum), ein Stadttor der Backsteingotik wurde mit Geldern aus Rinteln saniert, ein Pavillon im Stadtpark von wandernden Handwerksgesellen aus Rinteln errichtet. Urkunden in allen drei Rathäusern weisen auf die Partnerschaften hin.

Das 25-jährige Bestehen soll nun weniger formell, dafür fröhlich mit Kultur und Sport gefeiert werden. Am 8. März um 15 Uhr wird im Erzählcafé des Heimatbunds im Museum Eulenburg von Mike Middleton und Bernhard Priesmeier über 25 Jahre Städtepartnerschaften berichtet. Im Mai feiert eine Rintelner Delegation um Bürgermeister Priemer mit den Slawnoern deren 700-jähriges Stadtjubiläum und 25 Jahre Städtepartnerschaft. Ende Mai ist die Ernestinum Bigband (zeitweise mit Priemer) eine Woche in Kendal und gibt vier Konzerte als Botschafter Rintelns, eines davon mit der Kendal Concert Band im Rathaus. Im August kommt ein Damenfußballteam aus Kendal nach Rinteln, begleitet von einer Delegation des Kendaler Partnerschaftsvereins. Im September will das Blasorchester der Feuerwehr Slawno in Rinteln und beim Erntefest in Möllenbeck aufspielen. Außerdem reisen dann die Vereinigten Chöre Rinteln mit Verstärkung aus anderen Chören zu Konzerten nach Kendal. Ende November ist die Kendaler Behindertenhilfe WOSP wieder beim Weihnachtsmarkt der Lebenshilfe Rinteln. Und vieles mehr. Selbst für 2018 gibt es schon zahlreiche Einladungen, Planungen und Veranstaltungen.

Mehrere tausend Menschen haben inzwischen die Partnerstädte kennengelernt, Freundschaften haben bei vielen Vorurteile beseitigt. „Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung unserer Städtepartnerschaften“, stellt Ehrenbürgermeister Hoppe fest. „Das war eine tolle Sache und ist es bis heute.“

Bericht: Dietrich  Lange, Vorsitzender des Rintelner Vereins für Städtepartnerschaften