Neue Wege in der Partnerschaftsarbeit diskutiert

Mit der Mahnung, dass kommunale Partnerschaften kein Selbstzweck sein dürften, eröffnete der Vorsitzende des IPZ, Dr. Christoph Müllerleile, die diesjährige IPZ-Jahreskonferenz am 22. und 23. November im historischen Kieler Rathaus. Rund 50 Vertreter von Kommunen und Vereinen, die europäische Partnerschaften pflegen, waren zu der Konferenz in den Norden gereist. Im Vordergrund standen neue Wege und Ideen kommunaler Partnerschaften. 


Wenn eine Beziehung sich über Jahre nicht mit Inhalt anreichern lasse, so meinte Dr. Müllerleile in seiner Begrüßungsansprache, sei sie beendet. Dann solle man das auch im gegenseitigen Einvernehmen feststellen dürfen. Umgekehrt müsse nicht jede freundschaftliche Kontaktaufnahme mit einem feierlichen Gelöbnis ewiger Partnerschaft enden. Es gebe viele Möglichkeiten, verbindlich miteinander in Kontakt zu bleiben.

Der Vorsitzende warnte in diesem Zusammenhang auch davor, die Dolmetscher zu den Leistungsträgern der Partnerschaft zu machen. Die Sprache müsse auf eine breite Basis gestellt werden. Wer intensive Kontakte mit Menschen in einem Land haben wolle, müsse sie auch verstehen. Müllerleile: "Dazu reichen englische Sprachkenntnisse nicht aus. Die Menschen unterhalten sich ja in ihrer Landessprache und ihren Dialekten. "Wer nicht ausgeschlossen sein will, muss sich anpassen."


Kiels Stadtpräsident, Hans-Werner Tovar, machte in seinem Grußwort deutlich, dass Partnerschaften nicht allein die Angelegenheit von Repräsentanten seien. Die große Zahl der Konferenzteilnehmer, die ehrenamtlich oder als kommunale Bedienstete in der Partnerschaftsarbeit tätig sind, seien dafür ein eindeutiger Beweis. Europa werde nicht nur von Politikern, sondern vor allem von dem Menschen an der Basis geformt. Der Austausch von Kultur und menschliche Begegnungen seien nur möglich, wenn die Politik dafür die Rahmenbedingungen schaffe, so Tovar. 


Im Verlauf der Kieler Konferenz stand aber auch die Thematik der Finanzierung von Begegnungen und Projekten europäischer kommunaler Partnerschaften auf der Tagesordnung. Zu diesem Thema hatte die Leiterin der Abteilung Bürgerschaft in der Europäischen Kommission, Sophie Beernaerts, den Konferenzteilnehmern ein Grußwort übersandt.
Im weiteren Verlauf erfuhren die Konferenzteilnehmer Einzelheiten über die Entwicklung des internationalen Jugendprojektes der Europaschule Regionales Berufsbildungszentrum Technik der Landeshauptstadt Kiel. Ihr Vertreter, Fritz Voss, stellte das Projekt mit vielfältigen technischen Innovationen vor. Dieses Projekt war gleichzeitig Grundlage für den sich anschließenden Erfahrungsaustausch der Teilnehmer zum Thema "Partnerschaftsmaßnahmen planen und durchführen".



Die Teilnehmer der Jahrestagung von Kiel im Kieler Rathaus. Foto: Wolfgang Kunert, PWP Kunert & Kunert GbR