Aktuelles


Internationale Jugendprojekte planen und finanzieren

In Kooperation mit der Stadt Staufenberg und dem EU-Informationszentrum Gießen laden wir ein zum Seminar „Internationale Projekte mit Jugendlichen – Förderung“ am Dienstag, den 5. Dezember 2017 in der Stadthalle in Staufenberg.

Programm

  • Veranstaltungsmanagement – Planung, Förderung und Doppelfinanzierung
  • Unsere Angebote für die Region: Christian Lemmer, Leiter des EU-Informationszentrum Gießen
  • Best Practice: Die Vorstellung von geförderten internationalen Jugend- /Schülerprojekten
  • Das Programm Erasmus+ Jugend in Aktion für Jugend- und Schülerbegegnungen von  Vereinen, Städten, Kreisen und Schulen (Leitaktion 1)
    • Die PIC-Registrierung – Notwendig für EU-Anträge (z.B. Erasmus+)
    • Ein Blick in den Antrag: Antragsdidaktik und zentrale Begrifflichkeiten
  • Weitere Fördermöglichkeiten: Bundesebene und Stiftungen

Internationale Schulpartnerschaften vermitteln Schülerinnen und Schülern interkulturelle Kompetenzen, unterstützen deren Sprachkenntnisse und befähigen sie so, sich international zu Recht zu finden. Die internationalen und europäischen Jugendprojekte sind zudem ein fester Bestandteil der Partnerschaftsarbeit der Kommunen und Kreise.

Im Mittelpunkt der Tagung steht das Programm Jugend in Aktion im Rahmen von Erasmus+. Antragsmöglichkeiten gibt es hier für Schulen, Kommunen, Kreise, Vereine und informelle Gruppen. Darüber hinaus werden weitere Fördermöglichkeiten und Programmbeispiele vorgestellt.

Die Zielgruppe der Tagung sind Akteure der internationalen Jugendarbeit in Schulen, Vereinen und Kommunen. 

Die Einladung mit Anmeldeblatt finden Sie hier

Die Tagung findet in Kooperation mit dem EU-Informationszentrum Gießen statt



Aufruf

Wir sammeln Ideen für den USP (unique selling point / das Alleinstellungsmerkmal) der Städtepartnerschaften. Wir freuen uns über Beiträge per Email (info@ipz-europa.de)



Frankreich und Deutschland nach den Wahlen

- Fachtagung in Nürnberg am 19.10.2017

       

Fotos: IPZ, 2017

Fesselnde Vorträge und abwechslungsreiche Diskussionen prägten die Tagung zu Deutschland und Frankreich nach den Wahlen in Nürnberg mit 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Wir danken der Stadt Nürnberg, Dr. Claus W. Schäfer und Pierre Robion für tolle Beiträge.

Was will Macron? Was braucht Frankreich? Was kann Deutschland bieten? Wie wird Merkel kontern? Einige Zukunftsvarianten und Hintergründe der deutsch-französischen Beziehungen wurden angerissen - sowohl im städtepartnerschaftlichen als auch im europäischen Kontext.

Die lebendigen Disskussionen, auch über den Zuwachs an Hürden für die Durchführung von Schüleraustauschprojekten, zeigten, dass einen Erfahrungsaustausch der Praktiker notwendig ist. Pierre Robion, Stellvertretender Generalkonsul der Republik Frankreich in München, konnte erfreulicherweise berichten, dass Emmanuel Macron zahlreiche Reformen diesbezüglich in die Wege geleitet hat und den bilingualen Unterricht wieder unterstützt. Zudem schilderte Pierre Robion die Pläne Macrons für Europas Zukunft. Spannend wird nun sein, ob und wie Deutschland diese Ideen mitträgt.

Dr. Claus W. Schäfer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg schilderte eindrucksvoll, wie der Wahlkampf in Frankreich verlaufen ist, welche Themen dominierten und wie dies historisch einzuordnen ist. Dass mit Emmanuel Macron ein Mann an die Regierungsspitze gekommen ist, der für das moderne Frankreich wirbt und die Macht Frankreichs verdeutlichen will, wurde anhand Bilder und Szenerien gezeigt.



Zukunftsfähigkeit der Partnerschaften - Fachtagung am 11.10.2017 in Weingarten

Foto: Wolfgang Kunert, IPZ / PWP Kunert & Kunert

Insgesamt 31 kommunale Vertreterinnen und Vertreter oder Mitglieder von Partnerschaftsvereinen waren im Rathaus der Stadt Weingarten im Kreis Ravensburg zum Netzwerktreffen zusammengekommen, um über die „Zukunftsfähigkeit der Städtepartnerschaften“ zu diskutieren. In Kooperation mit der Stadt und dem IPZ, vertreten durch den IPZ-Referenten Wolfgang Kunert, suchten die Teilnehmer neue Wege in der Partnerschaftsarbeit. Jahrzehntelang wurde durch die Städtepartnerschaften ein Zeichen für den Frieden gesetzt und das Engagement für die Völkerverständigung in Europa gestärkt. Doch in großen Teilen Europas sind diese partnerschaftlichen Verbindungen ins Stocken geraten. Worte wie Populismus, Europamüdigkeit, Vorurteile und fehlende Unterstützer prägen derzeit verstärkt die Partnerschaften im negativen Sinn.

Daher stellt sich für viele die Frage: Welchen Zweck erfüllen die Partnerschaften heute und wie soll dies in der Zukunft sein? Wie motivieren wir Menschen bei der Partnerschaftsbewegung mitzumachen? Welche Projekte sind in der globalisierten Welt zeitgemäß? Welche Erwartungen haben wir an unseren Partner und sie an uns?

Fragen, auf die bei dem Netzwerktreffen unmittelbar keine konkreten Antworten oder Hilfestellungen gefunden wurden. Während man untereinander die verschiedensten eigenen Maßnahmen zur Belebung der Partnerschaft und der Einbindung von jüngeren Menschen vorstellte und diskutierte, wurde zum Ende des regen Austauschs eines erkannt: Wenn man die Möglichkeit hat, über den eigenen Tellerrand zu schauen, findet man in der Nachbarschaft Personen, die die eine oder andere Lösung gefunden haben oder aber zumindest umsetzen wollen. Auch in der Runde der Anwesenden wurde eines deutlich, dass man gemeinsam wahrscheinlich mehr erreichen kann. Daher wurde aus den Reihen der Teilnehmer der Vorschlag gemacht und aufgenommen, ein regionales Netzwerk zu bilden, um gemeinsam Wege zu finden junge Menschen in die Partnerschaftsarbeit einzubinden und dafür zu interessieren. Ebenso sollen mit diesem Netzwerk nicht nur derartige Vorschläge regional zugänglich gemacht werden, sondern es sollen auch Vorschläge für Projekte im Rahmen der Partnerschaftsbesuche dargestellt werden. Auch die engere Zusammenarbeit bei der Ausrichtung von Partnerschaftstreffen soll mit einem derartigen Netzwerk gefördert werden. Mit dem Austausch der E-Mail-Adressen und persönlicher Kontaktdaten wurde die Realisierung eines solchen regionalen Netzwerkes als Ideenbörse unmittelbar nach Schluss der Veranstaltung umgesetzt. Ein Ergebnis welches zu Beginn der Veranstaltung nicht zu erwarten war, und gleichzeitig aufzeigt, wie erfolgreich derartige Veranstaltungen bei der miteinander geredet und diskutiert wird sein können.




Freundschaft kennt keine Ländergrenzen

Städtepartnerschaften Geesthacht wird mit Europapreis ausgezeichnet – Bande halten seit Jahrzehnten

Geesthacht. Sie fahren zusammen in den Urlaub, gehen gemeinsam Segeln, diskutieren politische Entwicklungen – und das mehrsprachig. Seit Jahrzehnten pflegen Geesthachter Freundschaften zu Franzosen, Niederländern und Letten (siehe unten). Entstanden sind die Verbindungen aus Städtepartnerschaften, die noch heute bestehen und für die die Stadt Geesthacht jetzt vom Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) ausgezeichnet wurde.

„Wir wollen Europa und die Grundidee mit unserer Arbeit stärken. Wir sehen, dass die Städtepartnerschaften bröckeln, umso wichtiger ist es, vorbildliche Partnerschaften auszuzeichnen“, nennt Marijke Mulder vom IPZ den Grund dafür, dass das Institut seit 1993 in drei Kategorien den Europapreis vergibt. „Europa kann nicht in einem Schlag entstehen. Wichtig ist es, dass die Bürger verstehen, worum es geht“, betont Mulder, die dem Ersten Stadtrat Dr. Georg Miebach sowie Thomas Schiemann (Vorsitzender des Geesthachter Komitees für internationale Begegnungen) die Auszeichnung für das Geesthachter Partnerschaftsprojekt „Europa und Fremde“ überreichte. Daran waren 60 Teilnehmer aus Frankreich, den Niederlanden und Lettland sowie in Geesthacht lebende Asylbewerber und Geesthachter beteiligt. Überzeugt hätten die vielen Aktivitäten, die Unterbringung in Gastfamilien und der „Europäische Drahtseilakt – sechs Sprachen auf einem Seil“, bei dem die Teilnehmer im Hochseilgarten kletterten.

Dass es sich lohnt, vor Sprachbarrieren nicht zurückzuscheuen, kann Thomas Alsleben aus eigener Erfahrung bestätigen. Seit 1966 ist er beim Komitee für internationale Begegnungen dabei – damals wurde die Partnerschaft mit Hoogezand-Sappemeer geschlossen. Noch heute haben Thomas Alsleben (73) und seine Frau Margit (70) Kontakt. „Wir treffen uns regelmäßig mit den Holländern und Franzosen. Wir machen sogar zusammen Urlaub“, berichtet Margit Alsleben. „Zum 50-jährigen Bestehen unserer Freundschaft mit den Holländern sind wir nach Korsika gefahren“, erzählt sie. Untereinander sprechen sie Englisch. „Wir waren zusammen mal Segeln, und in einem Hafen wurden wir gefragt, woher wir denn kommen, weil wir so unterschiedliche Dialekte sprechen. Die Leute waren sehr überrascht über die Kon-stellation“, erinnert sich Margit Alsleben.

Sie uns ihr Mann finden den Austausch über Ländergrenzen hinweg wichtig. „Wenn man sich kennt, kann man sich nicht vorstellen, zu Feinden zu werden“, sagt sie. Auch über politische Themen wie den Brexit oder das Erstarken der Populisten, sprechen sie. „Wir sind eine große Familie geworden und bekommen Eindrücke von der Politik in den Partnerländern“, sagt Margit Alsleben. „Wenn man dort Freunde hat, fährt man auch keine Attacken gegen das Land“, sagt sie. Dass sich in Europa etwas ändern muss, darüber sind sie und ihre Freunde sich einig, aber an der Grundidee zweifeln sie nicht.

Die Partnerschaft mit Plaisir (Frankreich) besteht seit 1975. Plaisir ist eine Stadt etwa so groß wie Geesthacht und liegt 30 Kilometer westlich von Paris.

Hoogezand-Sappemeer (Niederlande) ist seit 1966 mit Geesthacht verschwistert. Sie liegt im Norden der Niederlande in der Nähe der Universitätsstadt Groningen.

Die Beziehungen zur Stadt Kuldiga(Lettland) bestehen seit 1991. Kuldiga, eine der ältesten Städte von Kurland, liegt am „Rumba“ genannten Wasserfall der Venta.

Bericht: Bergedorfer Zeitung 7.10. 2017


Das IPZ gratuliert seinem Kuratoriumsmitglied Axel Voss zur Auszeichnung mit dem Mérite Européen in Silber für seine Verdienste für Europa

Die Luxemburger Fondation du Mérite Européen, unter dem Vorsitz von Jacques Santer, ehem. Präsident der Europäischen Kommission und ehem. Regierungschef Luxemburgs, zeichnet seit über 40 Jahren Europäer aus, die sich in außerordentlicher Weise ehrenamtlich und uneigennützig für das Zusammenwachsen der Völker Europas einsetzen und damit für die "Vereinigung der europäischen Völker in Freiheit, Frieden und Brüderlichkeit" beitragen und weiter an der Entwicklung eines europäischen Bewusstseins arbeiten. Die Stiftung, deren Ehrenpräsident der jeweilige Regierungschef Luxemburgs ist, wurde vor fast 50 Jahren von dem Franzosen Francois Visine gegründet, der seiner Vision "Europa muss eine real existierende Gemeinschaft, eine humanistische und offene Gemeinschaft bilden" einen konkreten Handlungsrahmen geben wollte.

Axel Voss wird für sein hohes Engagement für Europa geehrt. Die Bedeutung der Wertegemeinschaft und die Grundsätze der EU Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, eine parlamentarische Demokratie sowie die soziale Marktwirtschaft haben Axel Voss schon sehr früh geleitet. Sein Einsatz für die Werte und Grundlagen spiegelt sich in sehr vielen Bereichen wieder, sowohl beruflich als auch ehrenamtlich.
Bevor er 2009 als Europaabgeordneter gewählt wurde, war er von 1994 bis 2000 Bürgerberater der Europäischen Kommission und von 2000 bis 2009 Dozent für Europäische Angelegenheiten am RheinAhrCampus Remagen der Hochschule Koblenz. Ehrenamtlich war Voss tätig als sachkundiger Bürger im Ratsausschuss für Internationale Beziehungen der Bundesstadt Bonn. Er ist seit vielen Jahren Mitglied in den Kuratorien des Kölner Forums für internationale Beziehungen und Sicherheitspolitik, des Instituts für Europäische Partnerschaften und Internationale Zusammenarbeit e.V., der deutsch-französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V. sowie der Stiftung Bürger für Beethoven e.V.. Zudem engagiert er sich als Senator der SME Europe (Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Europäischen Volkspartei), als stellvertretender Vorsitzender des Mid-Atlantik Clubs Bonn e.V., und als Mitglied bei der European Logistics Platform, dem cnetz - Verein für Netzpolitik e.V., der Deutsch-Australischen Juristenvereinigung e.V., der Partnerschaft Bonn-Cape Coast (Ghana) e.V., im Fachbeirat Europa und Internationales des Weißen Ring e.V., im Rotary Club Bonn, in der European Internet Foundation sowie im des Beirat der THW-Landesvereinigung NRW e.V.
Seit 2010 ist er zudem Vorsitzender der Europa-Union Bonn/Rhein-Sieg e.V., die größte Bürgerinitiative für ein friedliches, demokratisches und föderales Europa.

(Quelle: http://www.leverkusen.com/presse/db/presse.php?view=00038087&stadtteil=&kat= )




„Europa im Wandel“

Welche Auswirkungen hat der Brexit auf die deutsche Wirtschaft?

Autorin: Katharina Fritz, BSc Business Administration / Praktikantin im IPZ

Am 23. Juni 2016 entschieden die wahlberechtigten Bürger in Großbritannien darüber, ob das Land in der EU verbleiben soll oder nicht. Letztendlich stimmten 51,9 Prozent für einen Austritt. Grund für den Ausbruch aus der EU sind sowohl EU-skeptische Bevölkerungsgruppierungen als auch die Verbitterung über die Reformgeschwindigkeit in der EU.

Über Vor- und Nachteile des Brexit wird viel diskutiert, denn bislang hat es in der Geschichte der EU noch nie einen Austritt gegeben. Niemand weiß welche Position Großbritannien in Zukunft hätte. Was riskieren die Briten also mit dem Austritt aus der EU?

Übereinstimmend sehen die Meisten der Ökonomen folgende wirtschaftliche Nachteile für Großbritannien: Das Land steht davor, seinen Zutritt zum europäischen Binnenmarkt zu verlieren. Dies wiederum bedeutet die Abnahme von Handels – bzw. Warenaustausch und die Zunahme bürokratischer Kosten an den Grenzen durch Zoll. Des Weiteren ist London bekannt als einer der größten und erfolgreichsten Finanzpole weltweit. Die Transaktionen der Finanzdienstleister würden automatisch zurückgehen, der Handel würde verhindert. Einige Banken überlegen sogar ihre Geschäfte auf der Insel selbst zu verkleinern. Ebenfalls entfällt die Arbeitnehmerfreizügigkeit, welche EU-Bürgern ermöglicht, ihren Arbeitsplatz innerhalb der EU frei zu wählen. Für Großbritannien bedeutet das den Wegfall vieler Arbeitskräfte. Zusätzlich steht Großbritannien für ein attraktives Ziel ausländischer Direktinvestitionen aufgrund seines flexiblen Arbeitsmarktes. In Folge des Brexit werden die Investitionen vermutlich schrumpfen. Diese Einbußen werden sich in den nächsten Jahren entfalten und Großbritanniens Wirtschaft immens schmälern.

Dem gegenüber stehen natürlich auch Vorteile, auf welche nun eingegangen wird. Wenn der Austritt tatsächlich erfolgt, müssten die Briten kein Geld mehr nach Brüssel zahlen. Wollen sie jedoch ähnlich wie Norwegen oder die Schweiz Zugang zum Binnenmarkt erhalten, müssten sie zahlen – allerdings weniger als derzeit. Außerdem entfällt viel Regulation durch die EU. Die Briten könnten also ihre Gesetze und Rechte besser an ihr Bestreben und Erwarten des Landes angleichen. Beispielsweise ist es möglich selbst zu bestimmen, wer ins Land kommt und bleibt. Durchaus eine wichtige Thematik in der Flüchtlingsdebatte. Darüber hinaus könnten Handelsbarrieren zu Nicht-EU-Ländern schneller abgebaut und Freihandelsabkommen unmittelbar beschlossen werden (Philipp Seibt (16.06.2016), „Was die Briten mit dem Brexit riskieren“, Spiegel Online.).

Zählt man Vor- und Nachteile zusammen, so erhält man ein wirtschaftliches Endergebnis, welches bei jedem Einzelnen keine positiven Empfindungen hervorruft. Die Folgen des Brexit-Votums zeigen bereits das schrumpfende Wachstum des britischen Bruttoinlandprodukts. Die konjunkturelle Zuversicht wirkt alles andere als rosig (Reuters, (24.08.2017), „Brexit-Folgen bremsen Wirtschaftswachstum“, Handelsblatt.).

Nun bleibt die Frage offen, welche Auswirkungen der Brexit nun für unsere deutsche Wirtschaft hat?

Die Bundesrepublik Deutschland könnte für die britischen Konzerne zu einem Stabilitätsanker in einem aktuell wechselhaften Umfeld werden. Kann Personal aus der Finanzmetropole London abgezogen und nach Deutschland verlegt werden, so wird der Zugang zum EU-Markt gesichert. Wie viele der ausländischen Banken sich am Ende entscheiden werden, wichtige Funktionen oder gar ihren europäischen Sitz nach Frankfurt zu verlagern, darüber wird nach wie vor gerätselt. Berechnungen zufolge sollen ca. 10 000 Arbeitsplätze über See verlegt werden (Finke, Schreiber (31.01.2017), „Brexit-Gewinner Deutschland“, Süddeutsche Zeitung.). Der Finanzsektor in Deutschland könnte also geringfügig gewinnen, doch seien die möglichen Wertschöpfungseffekte in allen Szenarien relativ gering.

Jedoch birgt der Brexit nicht nur Chancen, sondern ebenfalls Risiken. Der Brexit kann für Deutschlands Unternehmen nach Einschätzungen des Finanzministeriums teuer werden. Das britische Pfund schwächelt und lässt Importe aus Deutschland teurer werden. Ist Großbritannien nicht mehr Teil der EU, müssen viele deutsche Unternehmen, die im Königreich engagiert sind, Steuernachzahlungen fürchten. Darüber hinaus drohen Familienunternehmen mit Beteiligungen in Großbritannien erhebliche Mehrbelastungen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Begünstigungen bei der Erbschaftsteuer setzen einen Unternehmenssitz in einem EU-Mitgliedstaat voraus (Manfred Schäfers, (18.04.2017), „Brexit birgt Steuerrisiken für deutsche Unternehmen“, Frankfurter Allgemeine.). Das größte Wagnis bei den anstehenden Brexit-Verhandlungen ist die Trennung der EU-Finanzierung. Die Briten sind nach Deutschland der zweitgrößte Nettozahler der EU. 2015 zahlte das Königreich 11,5 Milliarden Euro mehr in die EU-Töpfe ein, als es zurückerhielt. Für die Bundesrepublik waren es im Vergleich rund 14,3 Milliarden Euro. Fällt die britische Abgabe weg, muss das benötigte Geld anders aufgebracht werden. Dabei steht selbstverständlich Deutschland, als bevölkerungsreichstes und wirtschaftsstärkstes Mitgliedsland, im Fokus. Deutschland verliert im Rahmen der EU-Staaten also einen vertrauten Partner und setzt sich dem Risiko aus, künftig im Kreis der EU isolierter zu sein. Bekannt ist bereits, dass einige EU-Staaten Deutschland ohnehin schon als zu mächtig empfinden. Sie treten dem Land grundsätzlich mit Skepsis entgegen. Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge drohen Deutschland zudem durch den Wegfall der britischen Beiträge zum EU-Haushalt zusätzliche Zahlungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro jährlich.

Hinzu kommt, dass mehr als 2500 deutsche Unternehmen einen Sitz im Vereinigten Königreich haben. Laut Statistischem Bundesamt ist das Königreich im vergangenen Jahr mit knapp 90 Milliarden Euro der drittwichtigste Exportmarkt für Deutschland gewesen. Etwa 750.000 Arbeitsplätze in Deutschland hängen demnach von den Exporten auf die Insel ab (Jan Dörner (24.06.2016), „Der Brexit und die Wirtschaft“, n-tv.de.). Beispielsweise fürchtet der Deutsche Hochseefischerei-Verband beängstigende Auswirkungen, wenn Großbritannien den EU-Staaten die Einreise in seine 200-Seemeilen-Zone verwehrt. Dort werden 100 Prozent der deutschen Heringe - insgesamt 55.000 Tonnen - zudem ein erheblicher Teil Makrele und Blauer Wittling gefangen. Fehlt diese Menge, könnte Fisch für den deutschen Verbraucher teurer werden. Am meisten werden jedoch die Pharma-, Kfz- und Maschinenbauunternehmen verlieren. Sie exportieren besonders viel nach Großbritannien und würden unter der Einführung von Zollhürden fatal leiden. Das Königreich ist nach den USA und Frankreich der wichtigste Absatzmarkt für Waren "Made in Germany". Güter im Wert von 86 Milliarden Euro wurden im Jahre 2016 exportiert. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wird laut Ifo-Institut langfristig lediglich um 0,2 Prozent geringer ausfallen. Der Brexit wird somit auf jeden Fall deutlich unangenehmer für das Vereinigte Königreich. Dessen Wirtschaftsleistung wird unabsehbar um 1,7 Prozent schrumpfen (Reuters (02.06.2017), „Brexit? Für deutsche Wirtshaft verkraftbar“, Spiegel Online.). Ebenso ist erkennbar, dass die Entscheidung des Brexit-Votums insbesondere für die nachkommende Generation, welche letztendlich die Folgen der Entscheidung in den kommenden Jahren tragen muss, am unverständlichsten ist. Zu sehen ist bereits, dass die Attraktivität der britischen Unis für internationale Studierenden nachgelassen hat (Unknown (08.12.2016), „Was der Brexit für die Deutschen in England bedeutet“, Handelsblatt.). Großbritannien hat sich bezüglich der Bildungsförderung junger Menschen selbst ins „Abseits“ katapultiert.

Das Referendum spaltet das Land. Die eine Hälfte ist begeistert, die andere am Boden zerstört. In Umfragen hatten sich vor allem ältere Menschen für den Brexit ausgesprochen, jüngere Wähler waren mehrheitlich für den Verbleib in der EU. Meiner Meinung nach ist es wichtig zu sehen, dass die EU in der Vergangenheit viel Gutes gebracht hat. Die Prinzipien, auf denen sie gegründet wurde, sind wichtig und schützenswert. Daher ist es völlig irrsinnig diesen gesicherten Rahmen urplötzlich aufzugeben. Ich bin davon überzeugt, dass das Vereinigte Königreich als Teil der EU eine stärkere Rolle in der Welt spielen kann als alleine. Außerdem ist dieses Land für seine Weltoffenheit bekannt und beliebt. Es ist enttäuschend, dass dies nun ein Stück weit in Frage gestellt wird.




Hansestadt Rostock in Kooperation mit dem IPZ e.V.

Debatte über die Zukunft Europas - Europäische Städtepartnerschaftskonferenz mit einem besonderen deutsch-polischen Blickwinkel


In diesem Jahr feiert die älteste deutsch-polnische Städtepartnerschaft zwischen der Hansestadt Rostock und der polnischen Stadt Szczecin ihr 60. Jubiläum. Aus diesem Anlass wird vom 7. bis 9. August 2017 lädt die Hansestadt Rostock in Kooperation mit dem Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V. (IPZ e.V.) zu einer Europäischen Städtepartnerschaftskonferenz ein.

Ausdrücklich ansprechen möchten wir Vertreter der deutschen Kommunen, Vereine und Institutionen mit ihren polnischen Partnern, aber auch Wirtschaftsförderer; letztere besonders für die Wirtschaftsthemen am Montag, 7. August ab 14 Uhr und Dienstag, 8. August ab 12 Uhr.

Die Konferenz findet im Rathaus der Hansestadt Rostock statt. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Polnisch (mit Simultanübersetzung).

Der Konferenzbeitrag beträgt 100,00 € pro Person. Darin sind Konferenztechnik, Dolmetscher, Konferenzgetränke, alle Essen sowie zwei Abendempfänge enthalten.

Die Anreise- und Hotelkosten sind von den Teilnehmern selbst zu tragen. Für die Teilnehmer der Konferenz wurde ein Zimmerkontingent im Motel One (in der City), Schröderplatz 2, 18057 Rostock, Tel. 0381 6669190 geordert (Einzelzimmer 78,50, Doppelzimmer 103,- EUR pro Nacht inkl. Frühstück). Für eine verbindliche Buchung, bitten wir Sie, das Formular im Anhang auszufüllen und an rostock@motel-one.com, oder per Fax: 0381 66691910 zu schicken.

Das Kontingent ist begrenzt, deshalb empfehlen wir, Ihre Anmeldung und die Konferenzgebühren (s. Anlagen) baldmöglichst an die Hansestadt Rostock, Angelika.Scheffler@rostock.de zu richten. Die Anmeldefrist ist 30. Juni 2017.

Das Einladungsschreiben einschließlich vollständigem Programm der Konferenz finden Sie hier.


IPZ-Europapreis 2016 für das beste Schulprojekt


Am 5. Mai 2017 fand die Preisverleihung des IPZ-Europapreises 2016 für das beste Schulprojekt an das Gymnasium Hamm in Hamburg statt. IPZ-Vorsitzender Sascha Solbach zeichnete die Schule für Ihr Projekt "My future in Europa / Meine Zukunft in Europa" aus.
   

Das Projekt überzeugte die Jury durch die Thematisierung der Berufswahl mit Jugendlichen ab 15 Jahren. Die Aufzeichnung der vielfältigen Möglichkeiten der (Weiter-)Bildung, Qualifikation, Arbeit und des lebenslanges Lernens in Europa und somit die Verdeutlichung ihrer Chancen und Zukunftsperspektiven in Europa wurde als sehr positiv gewertet.
Das Projekt wurde in Kooperation mit Institutionen wie der Universität Hamburg, der Bosphorus-Universität in Istanbul, der Hochschule Portafuturo in Rom und dem St. Pauli Management in Hamburg durchgeführt. Geschätzt hat die Jury die nicht nur thematische, sondern auch praxisorientierte Auseinandersetzung mit  dem eigenen  Lebenslauf und der Vermittlung moderner Fähigkeiten, die vom Arbeitgeber erwünscht sind, wie z.B. Flexibilität und internationale Erfahrungen.

Die Projekthomepage finden Sie hier: http://erasmusplusmyfuture.eu/

Fotos: Gymnasium Hamm, Hamburg
 


Trauer um Hans-Dieter Endeward

 

Hans-Dieter Endeward

† 12.04.2017

Das Institut für europäische Partnerschaft und internationale Zusammenarbeit (IPZ) trauert um Hans-Dieter Endeward.

Hans-Dieter Endeward ist am 12. April 2017 mit 70 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Er war von 1994 bis 2014 Beisitzer im Vorstand des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ), von 2014 bis 2016 kooptiertes Vorstandsmitglied. Er hat das IPZ im Norden der Bundesrepublik vertreten und sich stets für Völkerverständigung und internationale Kontakte eingesetzt.

Hans-Dieter Endeward kam aus der Gemeinde Barsbüttel bei Hamburg und hat seit 1982 durch einen Verein zusammen mit der Gemeinde die Partnerschaftsarbeit mit den vier Partnergemeinden in Guipavas (Frankreich), Graal-Müritz (D), Keila (Estland) und Callington (Großbritannien). Acht Jahre hatte er den Vorsitz im Verein inne. Seine besondere Vorliebe galt seit seiner Arbeit als Jugendlicher in deutsch-französischen Ferienlagern Frankreich, daher kümmerte er sich speziell um die Kontakte dorthin.

Institutsleiterin Anna Noddeland würdigt den Verstorbenen als leidenschaftlichen Europäer und Frankreichfreund, der mit Enthusiasmus, Erfahrung und Ideen stets hilfsbereit und engagiert war.



Bericht: Die Entwicklung des politischen Islam

Im Rahmen ihres Praktikums beim IPZ hat Tamara Ögün einen Bericht über die Entwicklung des politischen Islam geschrieben.  Tamara Ögün studiert Islamwissenschaften an der Universität zu Köln und absolviert im Frühjahr 2017 beim IPZ ein Praktikum.

Den Bericht können Sie hier lesen.


 

© Stadt Aalen

Nur wenig Personal zur Pflege der Städtepartnerschaften

Fachtagung im Aalener Rathaus zu deutsch-französischen Partnerschaften behandelt auch Wahlen in Europa


Aalen sz. Für die Pflege der Städtepartnerschaften in Württemberg gibt es häufig nicht genügend Personal. Denn zuständige Mitarbeiter in den Kommunen haben dafür nur wenig Ressourcen, und in den Partnerschaftsvereinen und -kommitees fehlt es an Nachwuchs. Das war ein wichtiges Fazit, das die Anwesenden am Donnerstagnachmittag im kleinen Sitzungssaal des Rathauses Aalen gezogen haben. Dort trafen sich 36 Vertreter von Kommunen und Vereinen aus der Region zur Fachtagung „Deutsch-Französische Partnerschaften im Wahljahr 2017“.

Die Stadt Aalen hatte zu dieser Tagung eingeladen, in Kooperation und unter Federführung des „Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V.“. Thema waren unter anderem auch die „Schicksalswahlen für Europa“, zu denen der Generalkonsul des Französischen Generalkonsulats in Stuttgart, Nicolas Eybalin, referierte und anschließend Fragen der Teilnehmer beantwortete.

„Austausche sind ein Selbstläufer“

„Man merkt, dass große Unsicherheit existiert, wie sie die Wahlen in Europa einordnen sollen“, lautete ein erstes Fazit von Anna Noddeland, Institutsleiterin des Veranstalters, die damit unter anderem den politischen Rechtsruck meinte. „Wir wollen hier besprechen, woher die neuerliche antieuropäische und antielitäre Haltung kommt.“

Schließlich stellten Sandra Bertele und Renate Hemlep vom Städtepartnerschaftsverein Aalen die Städtepartnerschaft zu Saint Lô vor. Nächstes Jahr feiert Aalen 40 Jahre Partnerschaft mit der französischen Stadt. Hemlep erinnerte an die ersten Annäherungen und die Vertragsschließung bei den Reichsstädter Tagen 1978 und erläuterte die vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten der beiden Städte. Heute besuchen sich regelmäßig nicht nur die offiziellen Vertreter der Städte gegenseitig, sondern beispielsweise auch Schüler und Vereine, Musiker, Künstler, Kirchenvertreter und bestimmte Berufsgruppen wie etwa die Landwirte.

Schwierig sei es aber, junge Leute für eine Mitarbeit im Verein zu begeistern, gab Hemlep auf Nachfrage zu. Zwar seien die Treffen und Austausche ein Selbstläufer, doch der „Altersschnitt im Verein liegt eher im oberen Bereich“. Dieses Problem bestätigten zahlreiche Teilnehmer.

Anselm Grupp, Pressesprecher in Ellwangen, forderte deshalb neue Foren und Möglichkeiten, um die Jugendlichen zu erreichen. „Es gibt eine Tendenz, sich nicht mehr binden zu wollen“, bestätigte Noddeland. „Der Trend geht deshalb zur Projektarbeit statt einer Vereinszugehörigkeit, wo man sich binden muss.“ Sie riet außerdem zu einem Jugendkomitee oder einem extra Ansprechpartner für die Jugend in den Vereinen.


Pressebericht: Schwäbische Zeitung, 31.03.2017 (Jasmin Amend)


Den kompletten Bericht des IPZ zu der Tagung "Deutsch-Französische Partnerschaften im Wahljahr 2017" am 30. März 2017 im Rathaus der Stadt Aalen (BW) können Sie hier lesen.



IPZ-Europapreis an Bergkamen übergeben – Bürgerreise in die Türkei gut nachgefragt

10. März 2017

Für das Projekt „Europa / Bergkamen – Dekaden der Freundschaft“ im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Bergkamen hat am Donnerstag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses das Vorstandsmitglied des Institutes für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) Josef Poqué den IPZ-Europapreis mit Urkunde an Bürgermeister Roland Schäfer übergeben.


IPZ-Vorstandsmitglied Josef Poqué (3. v. r.) überreicht den Europapreis an Bürgermeister Roland Schäfer.

Sicher kann Josef Poqué sein, dass Bergkamen bei der Pflege seiner Beziehungen zu den Partnerstädten nicht nachlassen wird. So gibt es trotz aller aktuellen Verwicklungen und Irritation auf oberster politischer Ebene bereits 30 Anmeldungen für die Bürgerreise zur türkischen Partnerstadt Silifke im Herbst. Freie Plätze gebe es aber auch noch, betonte am Donnerstag Bürgermeister Roland Schäfer. 

Josef Poqué hatte am Donnerstag nochmals die zahlreichen Aktivitäten zur Stärkung des Europa-Gedankens während des Jubiläumswochenendes gewürdigt. Ausdrücklich beglückwünschte er die Stadt für die hohe Förderung des Projekts durch die EU mit 14.500 Euro.


Quelle: Bergkamen Info-Blog,  http://bergkamen-infoblog.de/ipz-europapreis-an-bergkamen-uebergeben-buergerreise-in-die-tuerkei-gut-nachgefragt/


 

Tagung des IPZ im Viernheimer Rathaus: Fördermöglichkeiten für Europaprojekte, Städte- und Schulpartnerschaften XL

Bürgermeister Baaß betont Notwendigkeit des Engagements für Europa +++ Informationsseminar am heutigen Donnerstag im Ratssaal


Fördermöglichkeiten für Europaprojekte, Städte- und Schulpartnerschaften XL. So lautete das Thema des IPZ-Seminars am heutigen Donnerstag im Ratssaal. Eingeladen hierzu hatte das „Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ)“ zusammen mit dem kommunalen Freizeit- und SportBÜRO. Gekommen waren über 20 kompetente Vertreter aus Kommunalverwaltungen, Partnerschaftsvereinen und Schulen aus der gesamten Rhein-Neckar-Region, aber auch aus Königstein im Taunus, Biebesheim am Rhein, Büttelborn und Kirn.

Dabei ging es konkret um die Förderungen für internationale Begegnungen und Projekte für Kommunen, Vereine (Sport, Musik), Partnerschaftskomitees, Schulen und Jugendgruppen.

Seminarleiter Wolfgang Kunert erwies sich dabei erneut als überaus kompetenter Fachberater, Spezialist in allen Förderfragen, hilfsbereiter Ansprechpartner in Praxisfragen der internationalen Zusammenarbeit und Europaarbeit. Regelmäßig führt das IPZ Informationsseminare, Europaforen, Jugendwerkstätten, internationale Konferenzen und Arbeitstagungen durch.

Heute lag der Schwerpunkt auf den EU-Programmen „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ und „ERASMUS+“. Detailinformationen hierzu sind für eine formell einwandfreie Zuschussbeantragung erfahrungsgemäß von großer Bedeutung. Das gilt sowohl für Städte, Vereine, Partnerschaftsvereine aber auch für Schulen. Neben dem EU-Programm ERASMUS+ wurden auch Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Stiftungsebene im Bereich der internationalen Zusammenarbeit und Austausch aufgezeigt.

Bürgermeister Matthias Baaß betonte bei der Begrüßung der Seminarteilnehmer die Notwendigkeit, dass alle Akteure in Sachen Völkerverständigung und bürgerschaftlichem Engagement immer wieder eine Übersicht im Dschungel der Förderstellen (Stiftungen, Bundesinstitutionen und EU) verschafft, den Weg zu den Geldquellen und Zuschusstöpfen gezeigt bekommen. Baaß ermutigte dazu, Europa im Auge zu behalten – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen hierzulande, in Europa und außerhalb Europas – im Engagement für ein friedvolles Miteinander nicht zu erlahmen. Partnerschaftsarbeit sei Friedensarbeit. Als Vertreter der Stadtverwaltung Viernheim nahmen Stephan Schneider und Rudolf Haas an der Tagung teil.

02.02.2017 16:12 Kategorie: Berichte, Freizeit und Sport
Von: Presse- und Informationsstelle Viernheim


Gemeinsam in Partnerschaften an der Zukunft Europas festhalten

IPZ-Netzwerktreffen in Frankfurt am Main – Anschaulich praktizierten Schüleraustausch und Betriebspraktika dargestellt


Auch in diesem Jahr setzt das Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) in Hürth seine bis dato erfolgreiche Reihe der Netzwerktreffen fort. Der Startschuss für 2017 fiel Mitte Januar in Frankfurt am Main. Insgesamt 36 Vertreterinnen und Vertreter von umliegenden Schulen jeglicher Form konnten IPZ-Geschäftsführerin Anna Noddeland und der freie IPZ-Mitarbeiter Wolfgang Kunert im Rathaus am Römer begrüßen.

                          

Schon in den ersten Ausführungen von Eduard Hechler, Referatsleiter „Internationale Angelegenheiten der Stadt Frankfurt am Main“, war erkennbar, dass in dieser Metropole nicht nur der europäische und internationale Finanzmarkt angesiedelt ist. Hechlers Darstellungen gaben umfassende und interessante Einblicke in die Partnerschaftsarbeit der Stadt. Deutlich wurde dabei, dass in Frankfurt durch Partnerschaften an der Zukunft Europas festgehalten und gelebt wird – auch in enger Zusammenarbeit mit den Schulen. Wobei der Referatsleiter nicht umhin kam darzustellen, dass es durchaus den einen oder anderen Stolperstein innerhalb der europäischen Partnerschaften der Stadt gibt. Anlass hierfür sei in den meisten Fällen die Politik sowohl innerhalb der Partnerstädte als auch in dem jeweiligen Land. Die Mainmetropole unterhält insgesamt 17 Partnerschaften. Davon sind acht Städte mit Birmingham (England), Budapest (Ungarn), Deul-La-Barre und Lyon (Frankreich), Eskişehir (Türkei), Mailand (Italien, Prag (Tschechische Republik) und Tel Aviv (Israel) im europäischen Raum zu finden. Neben zwei innerdeutschen Partnerschaften unterhält Frankfurt am Main auch noch partnerschaftliche Beziehungen zu Metropolen in China, USA, den Vereinigten Emiraten sowie in Japan.

Aufmerksame Zuhörer fand Hechler bei den Seminarteilnehmern, als er mit seinen Ausführungen zum Ausdruck brachte, dass gerade die Partnerschaften innerhalb des europäischen Raumes auch auf Schulebene reichlich interessante und lehreiche Gelegenheiten zum kulturellen oder gesellschaftlichen Austausch beinhalten. Die Stadt sei besonders in den aktuellen politischen Diskussionen innerhalb Europas bemüht, die bisherigen partnerschaftlichen Beziehungen nicht nur weiterhin zu pflegen, sondern auch zu intensivieren. Auch wenn dies aufgrund vielfältiger Probleme nicht immer ganz einfach sei, so der Referatsleiter. Städtepartnerschaften leben vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Austauschprogramme von Schulen und Vereinen auf Gegenseitigkeit werden deshalb von der Stadt Frankfurt am Main finanziell unterstützt.

Das Engagement der Rhein-Main-Metropole sei Beispiel gebend und dokumentiere auch den Hintergrund der Veranstaltung im Frankfurter Römer, so Anna Noddeland. Wachsende Europaskepsis und der erhöhte Bedarf an Europaprojekten in den Schulen beinhalten neue Herausforderungen auf allen Eben der Gesellschaft. Diesen stelle sich das IPZ zum Beispiel mit Veranstaltungen wie der im Frankfurter Rathaus oder auch in anderen Kommunen. Dabei machte Noddeland deutlich, dass interkulturelle Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt an Bedeutung gewinnen. Auch deshalb ist es wichtig Schulpartnerschaften mit in diese Entwicklung und Thematik einzubinden. So könne man Menschen in jungen Jahren Europa und seine Chancen näherbringen.

Ein Instrument dafür sei unter anderen das nationale „Excellence-Netzwerk“ von Schulen mit Sekundarstufe II und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-EC). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen, berichtet Dr. Ute Lembeck – Fachbereichsleiterin an der Frankfurter Gesamtschule Am Ried. Das Netzwerk mit derzeit 267 zertifizierten Schulen mit rund 289.500 Schülerinnen und Schülern sowie 22.700 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder.

MINT-EC stelle ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen zur Verfügung. Der Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e. V. (abgekürzt MINT-EC) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, führte Lembeck weiter aus und leitete damit zu Darstellung der Aktivitäten Frankfurter Schulen über. Das erste Beispiel war der Schüleraustausch, der 20 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 zu Betriebspraktiken nach Birmingham in England führte. Diese 20 Schüler werden zum Beispiel in Kindertagesstätten, in der Gastronomie oder auch im zoologischen Bereich eingesetzt. Man sei ebenso dabei, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. So sei die Schule am Ried dabei ein bilinguales EU-Seminar mit einer polnischen Schule aufzustellen. Schüleraustausche finden mit einer französischen Schule in Lyon/Givors statt und ab 2017 auch mit der Lehreinrichtung im italienischen Ort Liceo Nervi Ferrari. Außerhalb Europas pflegt die Schule noch Verbindungen mit Yokohama (Japan) und ganz neu mit Philadelphia (USA), hier findet einen Austausch in Verbindung mit einem Schulpraktikum statt.

In der sich anschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass erfolgreiche Schulprojekte ein hohes Maß an Engagement der Betreuer bedeutet, die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler ein hohes Maß an Engagement der Betreuer bedeutet. Noddeland führte abschließend aus, dass es wichtig sei die Arbeit für eine Partnerschaft auf so viele Schultern wie möglich zu verteilen. Dabei sei es egal ob es sich um eine Partnerschaft von Schulen, Städten oder Gemeinden handelt.

Die Erasmus+ Moderatorin Chiara Longonie-Neff erläuterte das Erasmus+-Programm und Ihre Arbeit an der Franz-Böhm-Schule (Kaufmännische Berufsschule in Frankfurt am Main). Ihr Enthusiasmus für die Möglichkeiten im Rahmen von eTwinning wirkte ansteckend. Es handelt sich hierbei um eine Gemeinschaft für Schulen in Europa mit dem Ziel die Medien- und Fremdsprachenkompetenzen zu stärken. Es handelt sich bei der Plattform eTwinning um einen geschützten Raum und nur die daran beteiligten Personen entscheiden zusammen, was von dem jeweiligen Projekt veröffentlicht werden soll, so Longonie-Neff. Im aktuellen Projekt der Franz-Böhm-Schule sind 28 Lehrkräfte, 225 Schüler und 7 Besucher beteiligt. Gerade jetzt ist es wichtig sich zu engagieren. Vor allem vor dem Hintergrund der aktuell diskutierten Themen wie Europaskepsis oder Brexit, so die Referentin.

Die Diskussion während der Veranstaltung beschäftigte sich mit Themen wie Ausgleichstunden, Ehrenamt, Sprachbarrieren, Förderung, kulturelle Unterschiede, Versicherungen und Kriterien für die Auswahl von Partnerländern. Lehrkräfte mit und ohne Erfahrung tauschten sich aus und nutzten das Netzwerktreffen, wie Anna Noddeland in ihrem Resümee am Ende festhielt.

Bericht: Wolfgang Kunert


IPZ-Europapreis 2016

Wir danken für die zahlreichen vielversprechenden Einsendungen für den Europapreis 2016. Es ist immer wieder schön, Ihr Engagement und Ihre Kreativität bei der Gestaltung Ihrer partnerschaftlichen Beziehungen zu sehen. Insgesamt haben uns in diesem Jahr 21 Bewerbungen erreicht. Wenn wir auch nicht alle Projekte prämieren können, möchten wir Ihnen doch zu Ihrer Partnerschaftsarbeit gratulieren und und wünschen Ihnen eine erfolgreiche Fortsetzung des bisher Erreichten.

 

Den IPZ-Europapreis 2016 haben gewonnen:


Kategorie I: IPZ-Europapreis für das beste Partnerschaftsprojekt
Stadt Geesthacht: „Europa und Fremde“
                      
Kategorie II: IPZ-Europapreis für das beste Schulprojekt
Gymnasium Hamm (Hamburg): „My future in Europe / Meine Zukunft in Europa“                

Kategorie III: IPZ-Europapreis für das beste Europaprojekt
Stadt Bergkamen: „Europa / Bergkamen – Dekaden der Freundschaft“

 

 

Der Vorstand und die Geschäftsstelle des IPZ gratulieren allen Preisträgern!

Die Ausschreibung für den IPZ-Europapreis 2017 folgt vorraussichtlich im März 2017.



Die Netzwerktreffen für Schulen werden fortgesetzt

Die internationalen Schulpartnerschaften tragen einen wesentlichen Beitrag zur Völkerverständigung, dem Abbau von Vorurteilen und der Vorbereitung der jungen Generation auf eine globalisierte Gesellschaft bei.

 

Früher wie heute bildet das Engagement der einzelnen Schulen und Lehrkräfte einen wichtigen Rahmen für den Erfolg dieser Schulpartnerschaften. Das IPZ e.V. will in diesem Jahr mit Netzwerktreffen die Akteure zusammenbringen. Wir widmen uns an diesen Tagen der internationalen Arbeit der Schulen im Rahmen von Schulpartnerschaften und Europaprojekten sowie aktuellen Fragestellungen. Zudem wollen wir allen Schulen, Lehrkräften und sonstigen Akteuren eine Plattform bieten, ihre Netzwerke auszubauen.


Nach den erfolgreichen Terminen im Vorjahr finden nun weitere Termine statt am 13. Februar in Rendsburg (SH), am 16. Februar in Wolfsburg (NI), am 3. April in Bramsche (NI), am 21. Juni in Oberursel (HE) und am 5. Juli 2017 in Bocholt (NW).



Jetzt erschienen: Das Jahrbuch der Partnerschaften 2016

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass das IPZ-Jahrbuch der Partnerschaften 2016 pünktlich zu Weihnachten fertig erstellt wurde und rechtzeitig ausgeliefert werden kann.

Das Jahrbuch beinhaltet Beiträge von Kuratoriumsmitglieder und IPZ-Vertretern, Informationen über die IPZ-Preisträgerprojekte, die Aktion „Europäisch denken, handeln und regieren“ der Europäischen Bewegung sowie Beiträge und Projektvorstellungen von 41 Akteuren (Städten, Partnerschaftsvereinen, Schulen).

Im Bereich der Beispiele finden Sie eine Mischung aus Projekten, einschließlich EU-geförderten Projekten wie Bürgerbegegnungen, Netzwerken und Erasmus+-Projekte (Schulpartnerschaften und Schüler- bzw. Jugendbegegnungen).

Das Jahrbuch hat 158 A4-Seiten, gedruckt mit Klemmschiene und Titelkarton.

Ab dem 1.1.2017 ist der Preis 42,00 € (Ermäßigter Preis für IPZ-Mitglieder oder Institutionen, die sich mit Projektbeispielen beteiligt haben: 39,00 €). Alle Preise verstehen sich zzgl. einer Versandpauschale von 1,50 €. Das Bestellblatt und weitere Informationen finden Sie hier.
      

Presseerklärung des IPZ: 1,5 Mrd. für Interrail-Tickets? Besser die vorhandenen Strukturen der Städte- und Schulpartnerschaften stärken

Hürth (ipz). Der Beschluss des Europäischen Parlaments mit der Forderung, dass jeder 18-Jährige aus der EU ein kostenloses Interrail-Ticket bekommen soll, um ein europäisches Bewusstsein zu schaffen, stößt beim bundesweit agierenden Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V. (IPZ) nicht nur auf Verständnis. In der EU existieren bereits gut funktionierende Programme, die Menschen aller Altersgruppen Aufenthalte im europäischen Ausland ermöglichen. Diese Programme werden jedoch  mit immer weniger Finanzmitteln ausgestattet. Anstatt wieder etwas Neues einzuführen, schlägt das IPZ vor, bereits bestehende Programme und Strukturen finanziell besser auszustatten.

Das IPZ plädiert für eine Stärkung des Programms Europa für Bürgerinnen und Bürger, und hier insbesondere den Aktionsbereich „Bürgerbegegnungen“. Dieses wird jährlich von vielen Kommunen und Partnerschaftsvereinen genutzt, um Europa vor Ort zu erleben. Bei der Zusammenkunft von verschwisterten und befreundeten Städten in Europa lernen unterschiedliche Bürgergruppen – darunter viele junge Menschen –sich kennen und sprechen gemeinsam über politische Themen, die die Menschen in Europa bewegen - wie der Brexit, die Zukunft der EU, die Flüchtlingskrise, Rechtspopulismus und Jugendarbeitslosigkeit. So entsteht ein europäisches Bewusstsein und gegenseitiges Verständnis!


Die bürokratischen Hürden verbunden mit diesem Programm sind jedoch hoch und die finanziellen Mittel, die zur Verfügung stehen, werden seit Jahren gedrosselt. Für den Zeitraum 2014-2020 stehen für das gesamte Programm „nur“ 186 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei werden jährlich ca. 5 Millionen Euro für die Durchführung von Bürgerbegegnungen eingesetzt. Die Gerüchteküche behauptet sogar, dass dieses verhältnismäßig kleine Programm ab 2021 komplett gestrichen werden könnte. Ein Unding, sagt Anna Noddeland, Institutsleiterin des IPZ, wenn man die aktuell destruktive Lage der EU und den hervorragenden Beitrag der Städte-, Schul- und Vereinspartnerschaften zu Freundschaften in Europa, dem europäischen Bewusstsein und der Aufklärung über den Bedarf des europäischen Integrationsprozesses betrachtet. Nicht nur, dass die Bundesregierung vor Jahren die finanzielle Unterstützung für Kommunalpartnerschaften gestrichen hat, nun könnte die EU folgen, die eindeutig als größter Profiteur von dem Engagement der Multiplikatoren hervorsticht.


Das IPZ schlägt vor, statt 1,5 Milliarden EURO in Zugtickets für 18-Jährige zu investieren, lieber nachhaltig den Kontakt mit Menschen (und nicht nur Orten) in Europa zu ermöglichen. Verstärkte Begegnungen und Projekte unter den Bürgerinnen und Bürgern führen zu freundschaftliche Beziehungen und mehr Verständnis für die Situation der anderen Europäer. Hierfür benötigen sie aber die Aufstockung der Finanzmittel im EU-Haushalt für die Bürgerbegegnungen und die Schüler- und Jugendbegegnungen im Rahmen vom Erasmus+, so Noddeland weiter. Denn die allgemeine schlechte Finanzlage der Kommunen führt dazu, dass bei den freiwilligen Leistungen gespart wird und darunter fallen häufig die internationalen Beziehungen der Kommunen. Somit reduzieren die Kommunen die Städtepartnerschaftsprojekte und unterstützen aktive Vereine nicht länger in ihrer Arbeit für die Völkerverständigung.

Institutsleiterin Anna Noddeland legt dazu im Namen des IPZ, einem Verein mit 529 Mitgliedern (Kommunen, Partnerschaftsvereine und Schulen) eine Reihe von Argumenten vor, weshalb das Geld besser in bestehende Programme aufgehoben wäre.

"Um Europa besser kennen zu lernen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, reicht es nicht aus, Europa mit dem Zug zu bereisen. Viel wichtiger ist das Zusammenkommen und der Austausch mit Menschen aus den verschiedenen Ländern“, erklärte Noddeland am 14. November bei einer Tagung des Instituts in Nassau an der Lahn (Rheinland-Pfalz). Die Bedeutung der Städtepartnerschaftsvereine, der Kommunen und Schulen für den europäischen Integrationsprozess ist immens, jedoch finden diese Bemühungen nicht den verdienten Rückhalt in Politik und Gesellschaft. Durch die jahrzehntelangen Beziehungen konnten Vorurteile und Probleme zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beseitigt werden. Dies ist jedoch ein andauernder Prozess, denn Frieden und Freundschaften sind nie final erreicht. Die Akteure müssen stets an ihren ausländischen Freundschaftsbeziehungen arbeiten, denn gerade die jüngsten Entwicklungen in Europa haben gezeigt, dass Erreichtes nicht als gegeben bewertet werden kann. Aktuelle Veränderungen in der Welt und Europa können jederzeit den Status quo in der Europäischen Union gefährden und die Kooperationen um Jahrzehnte zurückwerfen.

Um dies zu verhindern, setzt sich das IPZ seit drei Jahrzehnten für die Völkerverständigung und das Miteinander ein. Mit Aufklärung durch Informationsveranstaltungen für Jung und Alt, Unterstützung für die Multiplikatoren der Partnerschaftsarbeit auf kommunaler und bürgerschaftlicher Ebene sowie Beratungsangebote werden die Bemühungen der Akteure an der Basis in Europa unterstützt.

Die freundschaftlichen Beziehungen der Kommunen, Schulen und Vereine sind nicht gratis, durch ehrenamtliche Tätigkeiten werden die Kosten jedoch stets so gering wie möglich gehalten. Viele überzeugte Europäerinnen und Europäer in den Institutionen leisten Woche für Woche zahlreiche Stunden, um das Miteinander der Bürgerinnen und Bürger in Europa bei Begegnungen und Projekten zu ermöglichen. Davon profitiert die EU und dies sollte auch mit mehr finanzieller Unterstützung belohnt werden.

Hintergrund: Die EU-Abgeordneten debattieren seit dem 4.10.2016 über den Vorschlag, jungen Europäern zum 18. Geburtstag ein Gratis-Interrail-Ticket zu schenken, um Europa besser kennenzulernen.  


Ehemaliger IPZ-Vorsitzender Dr. Christoph Müllerleile mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Das IPZ gratuliert Dr. Christoph Müllerleile, Vorsitzender des Instituts (2010-2016), zu seiner Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am 11. Oktober 2016 im Rathaus seiner Heimatstadt Oberursel. Bereits bei seiner Verabschiedung im Juni 2016 haben wir die hohe Bedeutung seines Engagements für das Institut und unsere damit verbundene Dankbarkeit ausgesprochen. 

Wir freuen uns mit Dr. Christoph Müllerleile und seiner Familie über diese Auszeichnung.


 


Netzwerktreffen für Kommunen

"Europas Vorteile sichtbar machen - Ideen und Chancen für Städtepartnerschaften"

Nach den ersten Netzwerktreffen im Frühjahr und im Sommer zum Thema "Partnerschaftsarbeit in Krisenzeiten", setzen wir nun unsere Reihe fort mit dem neuen Thema, denn der Schock sitzt tief, nur wenige hatten es erwartet: Die Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens haben für den Brexit und gegen eine weitere Beteiligung ihres Landes am europäischen Integrationsprozess gestimmt. Diese Entscheidung stellt die Europäische Union auf die Probe. Spätestens jetzt müssen wir uns Gedanken über die mögliche Zusammenarbeit in der Zukunft machen und Verbesserungsvorschläge erarbeiten, um Europa bürgernäher zu gestalten.

Vielleicht ist dies eine Chance, gute partnerschaftliche Beziehungen zu reaktivieren? Können die Partnerschaften nun wieder auf eine Hochphase hoffen? Das große Interesse der breiten Öffentlichkeit für Europa, die EU und die internationale Zusammenarbeit bietet auf jeden Fall eine Chance, die genutzt werden sollte. Die Ereignisse bieten eine Gelegenheit, um über die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union zu sprechen.

 

Im Netzwerktreffen des IPZ widmen wir uns der aktuellen Situation und den Herausforderungen für alle international und partnerschaftlich aktiven Multiplikatoren in Vereinen und Kommunen. Die Programme sind unter Termine veröffentlicht, alternativ können Sie gerne die Einladung in der Geschäftsstelle anfragen oder sich für die Einladungsliste registrieren.




Neugestaltete Förderseminare

Das IPZ e.V. hat aufgrund der veränderten Situation in der Förderlandschaft die Förderseminaren neu konzeptioniert. Ab März 2016 heißen diese Zuschussseminare bzw. "Europaprojekte, Städte- und Schulpartnerschaften" und sie finden mit einem größeren Anteil an Erfahrungsaustausch und Schilderung von unterschiedlichen Förderstellen und einem geringeren Anteil an EU-Förderhinweisen statt.

Sollten Sie eine detaillierte Darstellung mit Formulierungshinweisen etc. der Antragsverfahren im Rahmen von den EU-Förderprogrammen "Europa für Bürgerinnen und Bürger" und "Jugend in Aktion" im Rahmen von Erasmus+ wünschen, dann verweisen wir auf die Schulungen "EU-Förderung für Kommunen und Vereine".
 



Europakandidaten an der Basis fest verwurzelt

Das Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) hat im Vorfeld der Europawahl unter Kandidaten von in Deutschland zur Europawahl zugelassenen Parteien eine Umfrage durchgeführt. Ziel war es, von Bewerberinnen und Bewerbern um einen Sitz im Europäischen Parlament zu erfahren, welchen Stellenwert sie der europäischen Basisarbeit einräumen und wie sie selbst sich in die partnerschaftliche Arbeit von Kommunen, Partnerschaftsvereinen oder Schulen einbringen.

Angeschrieben wurden 191 Kandidatinnen und Kandidaten, wegen der Fülle der sich bewerbenden Listen nur solche von den im Bundestag und den Landtagen vertretenen Parteien. Insgesamt haben 40* und damit rund ein Fünftel der angeschriebenen Kandidaten unseren Fragebogen mit den sieben Fragen ausgefüllt zurückgesandt.


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CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Kippels beim IPZ

Der im September 2013 in den Bundestag gewählte Direktkandidat für den Rhein-Erft-Kreis, Dr. Georg Kippels (CDU) aus Bedburg, stattete der IPZ-Geschäftsstelle am 10. Dezember 2013 einen Besuch ab. Institutsleiterin Anna Noddeland informierte ihn eingehend über Struktur und Aufgaben des Instituts.

Neue Wege in der Partnerschaftsarbeit diskutiert

Mit der Mahnung, dass kommunale Partnerschaften kein Selbstzweck sein dürften, eröffnete der Vorsitzende des IPZ, Dr. Christoph Müllerleile, die diesjährige IPZ-Jahreskonferenz am 22. und 23. November im historischen Kieler Rathaus. Rund 50 Vertreter von Kommunen und Vereinen, die europäische Partnerschaften pflegen, waren zu der Konferenz in den Norden gereist. Im Vordergrund standen neue Wege und Ideen kommunaler Partnerschaften.

Wenn eine Beziehung sich über Jahre nicht mit Inhalt anreichern lasse, so meinte Dr. Müllerleile in seiner Begrüßungsansprache, sei sie beendet. Dann solle man das auch im gegenseitigen Einvernehmen feststellen dürfen. Umgekehrt müsse nicht jede freundschaftliche Kontaktaufnahme mit einem feierlichen Gelöbnis ewiger Partnerschaft enden. Es gebe viele Möglichkeiten, verbindlich miteinander in Kontakt zu bleiben. 

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IPZ-Europapreise nach Brühl, Erlangen und Marl

Seit 20 Jahren verleiht das IPZ den Europapreis an Kommunen und Partnerschaftskomitees, die, nach Meinung einer Jury von Praktikern der Partnerschaftsarbeit, durch eine kontinuierliche Partnerschaftsarbeit und durch besondere Projekte und innovative Ideen auf sich aufmerksam gemacht haben. Bei der IPZ-Jahrestagung am 23. November 2013 im Kieler Rathaus wurden solche Projekte der Partnerschaftsarbeit in Brühl, Erlangen und Marl ausgezeichnet.

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"In kleinen Kommunen ist das Herz für Polen größer"

Dass aus "anfänglicher Verliebtheit" nach dem Fall des Eisernen Vorhangs im Laufe der Jahre "innige Freundschaften" zwischen den Menschen in Deutschland und Polen entstanden sind, unterstrich der Vizekonsul des Generalkonsulats der Republik Polen in Köln, Jakub Wawrzyniak, während einer Deutsch-Polnischen Fachtagung am 28. November 2013 im Wappensaal des Gederner Schlosses.
Bürgermeister Klaus Bechtold und der Vorsitzende des Verschwisterungsvereins Gedern-Polanów und Vorstandsmitglied des IPZ, Wolfgang Kunert, hießen mehr als dreißig Teilnehmer willkommen. 

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Deutsch-polnische Partnerschaften ausbaufähig

Vertreter der Verschwisterungsvereine aus Gedern und Schotten und Gederns Bürgermeister Klaus Bechtold nahmen am 25. und 26. Oktober 2013 im polnischen Polanów an einer deutsch-polnischen Multiplikatoren-Konferenz des IPZ teil. Im Mittelpunkt stand die Zukunft europäischer Beziehungen.

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Ausstellung über Städtepartnerschaften zu verleihen

Als Bestandteil des EU-Projekts 2013 hat das IPZ eine Wanderausstellung erstellt, die die modernen Kommunalpartnerschaften darstellt. In dieser Ausstellung finden Sie 23 Tafeln mit Informationen und Denkanstöße für Ihre Partnerschaftsarbeit in englischer oder deutscher Sprache.
Die Ausstellung kann ausgeliehen werden.

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